Danke, Rolf. Dein Beispiel ist auch sehr schön
Der Analysator verbleibt bei mir übrigens ständig im Lomo, dazu hab ich ein Stückchen Polfolie unten an den Okulartubus geklebt. Das ging, da dessen Linse etwas zurückversetzt ist. Die Folie ist so vor Fingerabdrücken und Staub geschützt - und wenn ich nicht polarisieren will, verwende ich halt keinen Polarisator. Und ja, wenn man beide nicht vollständig um 90° kreuzt, entstehen Teil-Polarisationen mit interessanten Effekten.
Für den Filterhalter habe ich mir ein Stückchen stabile transparente Folie ohne diesen Effekt wie bei Plexi, sondern neutral, passend zugeschnitten und dort reingelegt. So kann ich die eigentlichen Filter, was auch immer, drauflegen - eventuell an deren Rand ein Stückchen Streichholz mit Sekundenkleber aufkleben, wodurch sie gedreht werden können. Derzeit sitzt mein Polarisator aber noch - auch drehbar auf einen nicht benötigten Reduzierring für Kamerafiltergewinde geklebt - direkt auf der COB-LED unter dem Kondensor.
Was die Okular-Kamera angeht - zunächst hat die wenn man an deren C-Mount den 23,2 mm-Okularadapter anschraubt (für die modernen Miks gibts die auch mit 30 oder 30,5 mm Durchmesser) überhaupt keine Optik. Schaut man von unten hinein, sieht man den Sensor.
Das bedeutet: Das Mikroskop-Objektiv liefert im Okulartubus in Okularhöhe ein latentes Bild in einer bestimmten Größe, was beim Betrachten durch ein Okular in ein für die Netzhaut unsres Auges passendes reales Bild umgewandelt wird.
Steck ich statt eines Okulars die Kamera rein, greift die von dem latenten Bild einen Ausschnitt der Größe xy ab. Der ist ohne zusätzliche Optik viel zu klein und produziert leere Vergrößerung. Also muß das latente Bild verkleinert werden, damit die Kamera mehr Details bekommt - genau umgekehrt wie bei einem Projektiv. Derzeit hab ich noch nur den 0,5X-Reduzierer zwischengeschaltet. Aber bin mir sicher, damit auch noch nicht das Potential meiner Okularkamera ausschöpfen zu können, deshalb ist ein weiterer mit Faktur 0,35 im Anmarsch. Am liebsten wäre mir einer mit Zoom, gibts aber wohl nicht, und man will ja auch die Zahl der Gläser im Strahlengang nicht zu groß werden lassen und baut für die modernen Miks Objektive mit möglichst wenigen Linsen, sofern das durch die Ergebnisse der Glasforschung geht. Ich hoffe aber, durch den 0,35X-Reduzierer das was die Kamera kann und das was die Mikroskop-Optiken liefern, zufriedenstellend abgestimmt zu kriegen. Um dann Achromaten, Apochromaten und Lupenobjektive mit etwa gleichem ABM miteinander vergleichen zu können.