Fragen an RAW Fotografen

Alles rund um Hard- und Software, die man zur Bildbearbeitung benötigt.
springm
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Re: Fragen an RAW Fotografen

Beitrag von springm » Donnerstag 19. Januar 2012, 10:17

Jenso hat geschrieben:mit einem vernünftigen Programm (von Lightroom weiß ich 's nicht – bei Aperture bin ich alerrdings sicher), werden auch JPG-Originaldateien nicht angetastet, sondern es erfolgen alle Bearbeitungen nur mit und an Arbeitskopien.
Wenn das inzwischen so ist, dann zählt dieser Punkt sicher nicht. Ich kenn' halt noch viele enttäuschte Gesichter, wenn sich ein JPG-Änderungen nicht mehr rückgängig machen ließ. Aber das ist mit anderen Programmen, gewiss nicht Aperture oder Lightroom passiert.

Aber eine Bekannte von mir hat mal Tage ihre Afrika-Safari mit Weißabgleich auf Kunstlicht fotografiert und es nicht gemerkt. Diese JPGs hatten nach der Korrektur nur noch Erinnerungswert...

Es ist wohl eine Frage des Ansatzes und der Ansprüche: Wenn man am Computer nur so wenig wie möglich nachbearbeiten will und eine moderne Kamera hat, dann kann man mit JPG sehr glücklich werden. Wenn man den Nachbearbeitungsaufwand auf sich nehmen will, dann bieten die heutigen RAW-Konverter sehr viele und sehr gute und vor allem mittlerweile schnelle Möglichkeiten, das Maximum aus einem Bild herauszuholen.

Markus
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WinSoft

Re: Fragen an RAW Fotografen

Beitrag von WinSoft » Donnerstag 19. Januar 2012, 10:20

Bei den Vorzügen von RAW habe ich ganz sicher noch einige vergessen.
Vielleicht zählen fleißige RAW-Benutzer noch einige Vorteile auf.

Im Moment fällt mir nur noch ein:
- Farbraum: Den bestimme ich und nicht der Hersteller, welcher Farbraum der Datei mitgegeben bzw. in sie eingebettet wird. Bei den JPEGs der Hersteller wird meist sRGB als Farbraum eingebettet. Dieser sRGB Farbraum ist jedoch der "kleinste gemeinsame Nenner" aller größeren Farbräume! Das heißt, mit sRGB verschenkt man Farben! Im Farbraum ProPhotoRGB dagegen hat man einen der größten Farbräume und verschenkt keine Farben, wenn man in der Verarbeitungskette voll und konsequent in diesem Farbraum bleibt.
- Farbtiefe: Ob 8 bit (JPEG) oder 16 bit bestimme ich und nicht der Hersteller. Bei 8 bit Farbtiefe können Farben in großen gleichmäßige Farbflächen (Himmel) "abreißen", das heißt, man sieht Farbsprünge.
- Printdichte: Für den Druck bestimme ich die Druckdichte und nicht der Hersteller. Diese Druckdichte sollte für "FineArt"-Produkte wegen der Drucktechnik bei einem Vielfachen von 60 ppi liegen. Ich setze daher im RAW-Konverter stets auf 360 ppi.

Lithographin

Re: Fragen an RAW Fotografen

Beitrag von Lithographin » Donnerstag 19. Januar 2012, 16:32

Hallo Jackyo !

Viel Technik, Vor und Nachteile und doch nur der Anfang.
Ich habe eigentlich nie gewußt welche Bit-Tiefe, Bildgröße meine RAW hatten.
Für mich ausreichend - das hat mir genügt.

Was man aber trotz aller Hinweise nicht ganz übersehen sollte.
Ein RAW Bild und die entsprechende Software sind nicht mal die halbe Miete.

Richtig Sinn UND Spaß macht es eigentlich nur, wenn man sich die Zeit nimmt das Programm mit dem man arbeitet auch wirklich kennen zu lernen.
Nur wenn man das richtig ausreizen kann, weiß man wo "draußen" im Gelände die Grenzen wirklich liegen.

Nicht die Technik gibt die Grenzen vor, sondern das eigene Können die Technik zu bedienen.
Um sie locker da hinzubringen wohin sie gehört, in den Hintergrund.

Denn ich Vordergrund steht das Bild.

Gruß, Cristina

WinSoft

Re: Fragen an RAW Fotografen

Beitrag von WinSoft » Donnerstag 19. Januar 2012, 18:41

Lithograph hat geschrieben:Nicht die Technik gibt die Grenzen vor, sondern das eigene Können die Technik zu bedienen.
Um sie locker da hinzubringen wohin sie gehört, in den Hintergrund.
Völlig richtig! Wenn man die Technik im Schlaf beherrscht...
Aber die/das ist lernbar, die fotografische Kreativität und deren Umsetzung schon etwas weniger...

Wenn ich draußen knipse, sind zwar Technik und Grundlagen im Hinterkopf präsent und jederzeit abrufbar, jedoch nicht im Vordergrund.
Da ist das Auge gefragt.

Bei kritischen Aufträgen jedoch müssen Technik und Grundlagen auch im Vordergrund voll präsent sein und blind beherrscht werden. Da muss jeder Schuss sitzen! Denn manche Objekte kann ich nicht ein zweites Mal fotografieren...

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APi
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Re: Fragen an RAW Fotografen

Beitrag von APi » Donnerstag 19. Januar 2012, 19:36

Ich habe selber erst kürzlich mit RAW angefangen und das mit Silkypix. Da hilft es, wenn man was im Internet zur grundsätzlichen Bedienung findet. Aber nach kurzer Zeit hatte ich die wichtigsten Punkte heraus, um eine einfache Entwicklung zustande zu bringen. Ist garnicht so schlimm.
Die Feinheiten kommen sicher mit der Zeit.
Probier es einfach mal.
Grüße
Anja

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jackyo
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Re: Fragen an RAW Fotografen

Beitrag von jackyo » Donnerstag 19. Januar 2012, 21:43

Lithograph hat geschrieben:Was man aber trotz aller Hinweise nicht ganz übersehen sollte.Ein RAW Bild und die entsprechende Software sind nicht mal die halbe Miete.Richtig Sinn UND Spaß macht es eigentlich nur, wenn man sich die Zeit nimmt das Programm mit dem man arbeitet auch wirklich kennen zu lernen.
Nur wenn man das richtig ausreizen kann, weiß man wo "draußen" im Gelände die Grenzen wirklich liegen.
Hallo zusammen

Genau das ist letztendlich der Punkt für mich: Wie weit will, kann ich (im jetzigen Zeitpunkt) gehen? Wieviel Mehraufwand bringt RAW mit sich? Zur Zeit beschäftige ich mich noch mit Weissabgleich und Beleuchtung mit und ohne Blitz. Nächsten Monat steht ein Photoshopkurs an. ich denke, dass ich das jetzt mal so durchziehen werde, ohne jedoch das Thema RAW aus den Augen zu verlieren.

Noch einmal euch allen vielen herzlichen Dank für eure zahlreichen Beiträge zu diesem Thema.

Grüsse :)
Jackyo
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available
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Re: Fragen an RAW Fotografen

Beitrag von available » Freitag 10. Februar 2012, 00:07

Hallo Jackyo,

eigentlich wurde ja schon alles gesagt. Trotzdem noch eine Anmerkung von mir. Mit RAW hast Du sehr wenig Mehraufwand.
Wenn Du wie mit JPG belichtest und den Weißabgleich richtig einstellst gar keinen.
Ein Nachteil bei RAW ist das Du die 3-fache Speicherkapazität benötigst. Daten, welche Du bei korrekter Einstellung der Belichtung, Kontrast und Farbtemperatur nicht benötigst, da diese nach der Entwicklung sowieso wieder verworfen werden. Die JPGs vieler Kameras sind schon sehr gut!

Der Vorteil an RAW ist, das Du beim Fotogarfieren eben nicht unbedingt so 100% genau wie mit JPG arbeiten musst. Für Anfänger wäre das Fotografieren in RAW somit besser.
Wenn man die Belichtung, den Kontrast und die Farbtemperatur im nachhinein ändern will kommt kein Weg an einem Arbeiten mit RAW vorbei.
Die Originaldaten liegen nach der Entwicklung in RAW immer noch vor UND verlieren im Gegensatz zu JPG auch keine Daten nach mehrmaligem speichern!

Viele Grüße

Andreas
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emeise
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Re: Fragen an RAW Fotografen

Beitrag von emeise » Freitag 10. Februar 2012, 13:12

available hat geschrieben:Hallo Jackyo,

... Wenn man die Belichtung, den Kontrast und die Farbtemperatur im nachhinein ändern will kommt kein Weg an einem Arbeiten mit RAW vorbei. ...


Viele Grüße

Andreas
Hallo,

die JPEGs lassen sich ebenso bearbeiten, sogar in Lightroom und Camera Raw, in Photoshop, PaintShopPro und Silkypix ....., überall .

In der Bittiefe geht den JPGs dann aber die Luft aus ( Lichter und dunkle Teile )

Ungewöhnlich, aber es stimmt : " Für Anfänger wäre das Fotografieren in RAW somit besser "
FZ1K, TZ101, EOS 600D, GX7, G9, E-M5 m II / 12-40 und 7-14mm 2.8 Pro
Wenn ich all mein Equipment aufzähle, ist die Seite vollgemüllt.

keep it simple
Grüßle, Dieter

Lithographin

Re: Fragen an RAW Fotografen

Beitrag von Lithographin » Freitag 10. Februar 2012, 13:39

@ Dieter
Ungewöhnlich, aber es stimmt : " Für Anfänger wäre das Fotografieren in RAW somit besser "
Grundsätzlich kann ich Dir nur recht geben aber man sollte auch folgendes nicht ganz außer Acht lassen.

-Deutlich größere Datei
-Längere Ladezeiten von der Karte auf den Rechner.
-Deutlich höhere Anforderungen an die Rechenleistung des Rechners.

Sicher keine ultimativen Gründe, aber dennoch zu berücksichtigen.

Cristina

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emeise
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Re: Fragen an RAW Fotografen

Beitrag von emeise » Freitag 10. Februar 2012, 13:51

@ Cristina

Hast recht. Und gute PC Kenntnisse sollten auch vorhanden sein.
FZ1K, TZ101, EOS 600D, GX7, G9, E-M5 m II / 12-40 und 7-14mm 2.8 Pro
Wenn ich all mein Equipment aufzähle, ist die Seite vollgemüllt.

keep it simple
Grüßle, Dieter

Lithographin

Re: Fragen an RAW Fotografen

Beitrag von Lithographin » Freitag 10. Februar 2012, 13:57

emeise hat geschrieben:@ Cristina

Hast recht. Und gute PC Kenntnisse sollten auch vorhanden sein.
Könnte hilfreich sein :lol:

Cristina

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GF2Clabu11
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Re: Fragen an RAW Fotografen

Beitrag von GF2Clabu11 » Sonntag 12. Februar 2012, 22:15

Hallo Zusammen, ein Hallo an Cristina.... schön wieder von Dir zu lesen :lol: :lol:

Nun auf für Mich (Anfänger) der auf Anraten von Dir und Anderen sich auf das RAW - Format fest eingestellt hat....

1* Es lassen sich die Bilder besser nachbeararbeiten... ;)
2* Mit schnellen SDHC Katen und entsprechender Größe ist es kein Problem... ;)

Fakt gerade für die nicht mit Profi- Hintergrund arbeiten passt... OK? :lol: :lol:

:lol: :lol: Bei uns war so kalt... das Kabelnetz für die Glotze ist ausgefallen.... nach 1 Std--- Total-Stromausfall

Sonnige Grüße..... Claus :lol: :lol:
Lumix G3 / pana-14-140mm/ Olymp-ED 9-18mm 1:4.0-5.6 / Olympus 3,4/35mm-Macro; Lumix TZ5; Manfrotto 290; Iphoto & Mac-Book pro; Metz Mecablitz 44 AF1 Digital

Lithographin

Re: Fragen an RAW Fotografen

Beitrag von Lithographin » Montag 13. Februar 2012, 11:11

Hallo Claus !

Sicher, eine schnelle Karte hilft da sehr. Ich kaufe immer die schnellsten, dann stellt sich die Frage mit der Schreibgeschwindigkeit erst gar nicht.

Das Nachbearbeiten ist eigentlich recht einfach und sieht bei mir so aus.
- Gerade ausrichten.
- Weißabgleich
- Histogramm
Fertig. Damit ist die Basisbearbeitung erledigt.


Alles andere ergibt sich je nach Bild und muß auch bei JPEG gemacht werden. Zeitaufwand etwa eine halbe Minute pro Bild.

Gruß, Cristina

okit
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Re: Fragen an RAW Fotografen

Beitrag von okit » Montag 13. Februar 2012, 16:14

Lithograph hat geschrieben: -Deutlich größere Datei
-Längere Ladezeiten von der Karte auf den Rechner.
-Deutlich höhere Anforderungen an die Rechenleistung des Rechners.

Sicher keine ultimativen Gründe, aber dennoch zu berücksichtigen.
.. sicher nicht ultimativ... Laden auf den Rechner tut man ja nur einmal, und was die Rechenleistung betrifft.. Selbst
mein mittlerweiler "alter" Dual-Core wuppt gängige RAWs ohne Probleme.. Solange es keine D800 Wuchtbrumme oder
was vergleichbares mit > 30 MPix Auflösung ist geht das alles eigentlich ganz gut....

Es sprechen wirklich nicht mehr viele Gründe gegen RAW. Was vereinzelt noch in der Praxis eine Rolle spielt, ist bei den
Profis, bei denen wirklich jede Sekunde bei der Bildübermittlung zählt, insbesondere Sportreporter. Die Senden teilweise
direkt nach dem Fotografieren und haben keine Zeit für irgendein RAW-Handling.. deswegen optimieren die auch
ihre JPEG Einstellungen in der Kamera oft hochgradig, da sie direkt mit den Ergebnissen leben müssen.

Ist aber schon eine sehr spezielle Fachrichtung...

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jackyo
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Re: Fragen an RAW Fotografen

Beitrag von jackyo » Montag 13. Februar 2012, 17:53

Lithograph hat geschrieben:]Das Nachbearbeiten ist eigentlich recht einfach und sieht bei mir so aus.
- Gerade ausrichten.
- Weißabgleich
- Histogramm
.[/color]
Hi Cristina

Du machst den Weissabgleich nach dem fotografieren beim bearbeiten :?:
Wie geht das :? Ich will auch...!

Grüsse ;)
Jackyo
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