Vintage Objektive

Hier gibt`s Infos und Diskussionen rund um die Micro-Four-Thirds-Modelle der Lumix G-, GH-, GF- und GX-Reihe.
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PSG7
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Re: Vintage Objektive

Beitrag von PSG7 » Dienstag 26. Oktober 2021, 13:06

chrisspeed hat geschrieben:
Dienstag 26. Oktober 2021, 12:30
Hallo,
ich würde gerne mal alte Gläser probieren, allerdings weiß ich nicht, wo ich sowas finde, bzw auf was ich achten muss, um passendes zu erwerben.
Irgendwelche Tipps für den Einstieg, ich bin da völlig ahnungslos?
  • Verwende nur Festbrennweiten.
  • Ich empfehle Objektive bekannter Hersteller wie Nikon, Olympus, Minolta, ...
  • Günstig zu haben sind meist 50 mm Objektive mit z.B. Lichtstärke 1,7.
  • Bei Ebay bzw. Ebay Kleinanzeigen oder auch im DSLR-Forum wirst Du meist schnell fündig.
  • Kaufe Dir einen guten Adapter. Diese kosten ab etwa 20 €, je nach Anschluss.
Gruß Hans
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Lumix G9, G81; 15mm, 42,5mm, 14-140mm II, 100-300mm II, Oly 9-18mm, Sigma 60mm, div. OM-Linsen; div. Nahaufnahmezubehör

ruedi01
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Re: Vintage Objektive

Beitrag von ruedi01 » Dienstag 26. Oktober 2021, 16:00

Da kann ich Hans grundsätzlich zustimmen.

Aber die Bucht ist nicht die einzige Bezugsquelle. In Gebraucht- bzw. Sozialkaufhäusern wird man oft fündig. Und die Preise sind meist extrem günstig. Was ich aber immer rate ist, unbedingt die Gläser zu prüfen (bei offener Blende gegen das Licht halten). Es dürfen keine Fremdkörper im Objektiv zu sehen sein wie Schmutz oder Pilz, denn dann sind die Objektive unbrauchbar. Auch sollten die Ringe für Blende und Fokus nicht schleifen oder klemmen.

Zu empfehlen sind grundsätzlich alle großen Marken wie Minolta, Canon, Nikon, Pentax, Olympus. Für praktisch alle alten DSLR-Bajonette und für M42-Schraubanschluss gibt es Adapter für mFT.

Gruß

RD
GX80, G91, E-M10 II, Lumix 12 - 60 f3.5 - 5.6, Zuiko 40 - 150 F4 - 5.6, Zuiko 9 - 18 f4.0 - 5.6, lumix 25 f1.7, Lumix 100 - 300 II f4.0 - 5.6, Zuiko 30 mm f3.5 Makro, Leica DG Summilux 15 mm F1.7, 7Artisans 7,5 f2.8, Mecablitz 44 AF-2

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Jock-l
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Re: Vintage Objektive

Beitrag von Jock-l » Dienstag 26. Oktober 2021, 20:15

Meine stärkere Beschäftigung fing mit der großen Vielfalt über den M42-Anschluß an, da gibt es sehr viele gute und sehr gute Altobjektive.

Anfangs standen Takumare im Fokus, kleine und schöne Stücke, später ging es weiter mit Nikkoren (von Nikon kam ich ja zu MFT) bis hin zu Leica R und so... Ich würde wieder zuerst wegen der Vielfalt mit M42 anfangen, ein Adapter und viel denkbaren Dinge.

Einfach mal diesen Thread durchackern, da sind viele schöne Bildbeispiele dabei, gleichzeitig Nennung der Linsen tec.
Im bürgerlichen Leben ist Jürgen ein Allerweltsvorname, in Foren (oft vergeben) nutze ich Jockel in einer leicht veränderten Schreibweise -> Jock-l ;)
Mehr Lametta ist da nicht :lol:

SteffK
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Re: Vintage Objektive

Beitrag von SteffK » Freitag 29. Oktober 2021, 10:21

Für M42 findet man eine relativ gute Bandbreite an Objektiven, vor allem die beliebten Objektive aus Jena und Görlitz und manch verrückte Teile aus Russland, da die dort teilweise nachgebaut wurden. Aussen vor bleiben allerdings auch Klassiker zB von Minolta, die tollen FD Canons (nutze ich als Filmer besonders gern) aus den 70igern oder Nikons, die keinen M42 Anschluss haben. Da braucht es jeweils einen Adapter für. Für den Anfang ist M42 schon geeignet.

Ich würde auch eher Festbrennweiten empfehlen. Die meisten Zooms sind lichtschwach (ab F4), schwächeln in der optischen Leistung und sind oft sehr große und schwere Objektive (damals war vieles aus Metall statt wie heute aus Plastik), die man eher nicht zum streunen im Wald mitnimmt oder länger wie 5min mit der Kamera zusammen rumträgt.

Sehr günstig sind die hier schon angesprochen 50mm/1.7 oder 1.8, da es sich wie bei den 28mm/2.8 und 35mm/2.8 Objektiven um die "Brot & Butter" Objektive handelt, die oft als Kit Objektiv den alten Kameras beigelegt waren und generell in Massen produziert wurden. Also auch heute noch oft angeboten werden und die Preise deswegen sehr niedrig. Diese sind im Regelfall gut, aber ohne besondere Eigenschaften.

Abseits davon wird es aber erst interessant und öfter mal gut teuer. Es braucht schon eine Weile sich in die Welt der alten manuellen Objektive einzulesen. Das lässt sich nicht mit 3 Sätzen abhandeln. Auch das Thema Radioaktivität kommt dabei vor, da bis in die 60iger Jahre hinein teilweise radioaktive Glasmischungen zur Verbesserung der optischen Leistung benutzt worden sind. Zb bei Zeiss Jena oder den Takumaren. Sollte man nicht unbedingt auf dem Schlafzimmertischchen lagern.

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Re: Vintage Objektive

Beitrag von ruedi01 » Freitag 29. Oktober 2021, 10:38

Ja, was man billig bekommt sind die alten Brot- und Buttergläser, 28 und 50 mm. Weil die eben fast immer als Kitobjektiv dabei waren sind die heute noch massenhaft zu haben. Allerdings richtig interessant sind die eigentlich nicht. Außer man will billig. Mit meinen drei aktuellen Linsen (Leica 15 mm f1,7, Lumix 25 mm f1,7 und Lumix 42,5 mm f1,7) können die in keiner Kategorie wirklich punkten.

Gelegentlich erwischt man ein 135 oder gar 200 mm Tele, mit Glück sogar lichtstark. Aber die kosten dann auch mehr. Und was so einen Russennachbau angeht, ich weiß nicht ob ich mir das antun würde. Als Spielerei vielleicht mal interessant aber kaum mehr. Da wären die alten DDR Gläser (Pentacon, Meyer Görlitz, Zeiss) sicher reizvoller. Aber so viel Altglas gibt es davon auch nicht mehr und wenn dann auch nur die üblichen kleinen Brennweiten.

Wenn man noch das ein oder andere interessante Altglas im Schrank liegen hat so wie ich (Pentax K und Olympus OM), dann reizt es die mal an den neuen Kameras auszuprobieren. Aber so ein Zeugs gebraucht kaufen...lieber nicht, wozu?!? Und manuell scharfzustellen dazu habe ich auch keine Lust mehr.

Gruß

RD
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Re: Vintage Objektive

Beitrag von ruedi01 » Freitag 29. Oktober 2021, 10:59

Noch was...

Wenn überhaupt, dann sind nur die guten Festbrennweiten von früher interessant. Die Zoomgläser von vor rund vierzig Jahren können mit aktuellen Zoomobjektiven nicht mal im Ansatz mithalten. Ich habe da noch genug Altglas von dem Zeugs rumliegen. Im Vergleich zu heute ist das alles einfach nur zweitklassig, meist nicht mal das.

Gruß

RD
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SteffK
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Re: Vintage Objektive

Beitrag von SteffK » Freitag 29. Oktober 2021, 13:56

ruedi01 hat geschrieben:
Freitag 29. Oktober 2021, 10:38
Und was so einen Russennachbau angeht, ich weiß nicht ob ich mir das antun würde. Als Spielerei vielleicht mal interessant aber kaum mehr.
Die Nachbauten vieler Jena Objektive (Flektogon-MIR, Biotar-Helios etc.) sind in der optischen Leistung kaum schlechter als die Originale und kosten gerade bei den Hype Objektiven nur 1/3 der Originale. Verarbeitungsqualität ist zudem tiptop.

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msjb22
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Re: Vintage Objektive

Beitrag von msjb22 » Freitag 29. Oktober 2021, 14:02

ruedi01 hat geschrieben:
Freitag 29. Oktober 2021, 10:38
Gelegentlich erwischt man ein 135 oder gar 200 mm Tele, mit Glück sogar lichtstark.
Kann ich bestätigen (siehe Signatur). Das Leica 135mm ist lichtstark (eine große Lücke bei den MFT-Teleobjektiven) und macht Spaß, wenn auch sehr anfällig für komische lila Flares bei Gegenlicht.
Lumix G81 & G9
10-25 PanaLeica - 12-100 Oly Pro - 45-200 II Pana - 100-400 PanaLeica
7,5/f2.0 Laowa - 22/f3.5 Lensbaby - 24mm Pentax 110 - 25/f1.7 Panasonic - 35/f1.6 Pergear - 45/f1.8 Oly - 135/f2.8 Leica Elmarit R

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Spaziergänger
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Re: Vintage Objektive

Beitrag von Spaziergänger » Freitag 29. Oktober 2021, 14:20

.
Hier gibt es 2 lichtstarke Leica Objektive mit Filter zu ersteigern:

https://www.zoll-auktion.de/auktion/pro ... ht_/729336
.
Gruß von Ulrich

Sollte der Beitrag hilfreich sein,
bitte um Rückmeldung.

ruedi01
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Re: Vintage Objektive

Beitrag von ruedi01 » Samstag 30. Oktober 2021, 10:30

Bei den Kratzern in der Frontlinse :o ...lieber nicht. Klar könnte man das reparieren lassen. Aber das kostet eine Stange Geld. Dann lieber ein neues Panasonic Leica 200 mm f2,8. Teuer, sehr teuer dafür aber auch richtig gut und mit AF und Stabi. Abgedichtet ist es auch noch.

Gruß

RD
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Re: Vintage Objektive

Beitrag von schwarzvogel » Donnerstag 25. November 2021, 11:28

Ich hänge mich hier mal ran, auch wenn's nicht so ganz passend ist:
M42 an Mft Adapter gibt's wie Sand am Meer.
Hat jemand schon mal umgekehrt Mft (manuell Betrieb) an M42 z.B. Balgen/Zwischenringe anschließen wollen ?
Habe bei eBay und hier im Forum bisher in DIESER Richtung keine Hinweise gefunden ... :cry:
mfG schwarzvogel

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Re: Vintage Objektive

Beitrag von ruedi01 » Donnerstag 25. November 2021, 18:03

Habe bei eBay und hier im Forum bisher in DIESER Richtung keine Hinweise gefunden
Das wird vermutlich daran liegen, dass das Auflagemaß der Rücklinse (Abstand Linse - Sensor/Film) nicht passen wird. Spiegelreflexobjektive haben immer ein größeres Auflagemaß als Objektive von spiegellosen Kameras. Mit einem Adapter kann man den richtigen Abstand der alten Spiegelreflexobjektive zum Sensor erzielen, umgekehrt geht das m.W. aber nicht.

Gruß

RD
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Horka
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Re: Vintage Objektive

Beitrag von Horka » Donnerstag 25. November 2021, 23:28

ruedi01 hat geschrieben:
Donnerstag 25. November 2021, 18:03
Das wird vermutlich daran liegen, dass das Auflagemaß der Rücklinse (Abstand Linse - Sensor/Film) nicht passen wird.
Der Balgen schafft den Abstand. Da M42 KB-Maß ist, wird das Interesse, MFT-Optik an die 4fach größere Sensorfläche mit Abschattungen zu adaptieren, zu gering für die Adapterfirmen sein.

Für MFT gibt es (allerdings teure) Balgen, so dass auch dort kein Anreiz für die Adapterhersteller besteht. Die Nutzung MFT-Balgen-M42 ist wohl zu selten.

Horst
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Re: Vintage Objektive

Beitrag von ruedi01 » Donnerstag 25. November 2021, 23:50

Es kommt darauf an welches fremde Objektiv man an welche Kamera eines anderen Herstellers anschließen will. Ein für eine DSLR gebautes Objektiv an eine spiegellose Kamera anzuschließen ist grundsätzlich leicht möglich. Denn der Abstand der Rücklinse zum Sensor ist da größer als bei spiegellosen Systemen üblich. Den Abstand z.B. durch einen Adapter entsprechend zu vergrößern ist technisch möglich. Umgekehrt, ein Objektiv eines DSLM Systems an eine DSLR zu adaptieren dürfte jedoch technisch kaum machbar sein. Denn den Abstand zum Sensor zu verringern, was erforderlich wäre dürfte technisch nicht möglich sein.

Gruß

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Re: Vintage Objektive

Beitrag von mbf » Freitag 26. November 2021, 06:27

Ich verstehe die Frage mal so, dass statt eines teuren Automatik-Balgens ein günstige manueller Balgen verwendet werden soll, hier eben was aus dem M42-Pool. Und damit kann man durchaus auch an eine mFT-Kamera gehen. Ja, bei größeren Sensoren müsste man schauen, was ausgeleuchtet wird und bei größeren Auflagemaßen, ob man dann noch auf unendlich kommt (was bei einem geplanten Einsatz im Nahbereich aber wiederum irrelevant wäre).

Wenn man ein mFT-Objektiv rein manuell betreibt, d.h. stromlos, ist man drauf angewiesen, welchen Zustand der Objektivcomputer beim abnehmen angenommen hat. Blende, Fokus... kann man das gezielt steuern bzw. definieren? Sonst machts m.E. wenig Sinn, wenn man hier auf festgelegte Parameter angewiesen ist. Das dürften auch (potenzielle) Hersteller denken.
Grüße, Matthias

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