Erfahrungsaustausch: Systemwechsel von DSLR auf MFT

Hier gibt`s Infos und Diskussionen rund um die Micro-Four-Thirds-Modelle der Lumix G-, GH-, GF- und GX-Reihe.
Torsten68
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Erfahrungsaustausch: Systemwechsel von DSLR auf MFT

Beitrag von Torsten68 » Dienstag 5. März 2013, 19:16

Hallo,

ich würde Euch gerne zu einem Erfahrungsaustausch zum Systemwechsel von DSLR auf MFT einladen. Ich vermute, dass es hier im Forum bestimmt den einen oder anderen gibt, der sich von seiner teueren und schweren DSLR Ausrüstung zugunsten des MFT getrennt hat - spätestens seit der GH3.
  • Was wird vermisst?
  • Was ist besser / schlechter?
  • Wo muss man aufpassen oder was muss man anders machen?
  • Sonstige Tipps / Tricks für den Systemwechsel und/oder danach
  • Gibt es auch "Zurückwechsler"?
Da ich erst vor wenigen Wochen meine GH3 erworben habe, kann ich noch nicht mit viel Erfahrung dienen - abgesehen davon, dass sich das Gewicht halbiert und der Preis meiner Ausrüstung grob gedrittelt haben.

Gruß
Torsten
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Bongo Bong
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Re: Erfahrungsaustausch: Systemwechsel von DSLR auf MFT

Beitrag von Bongo Bong » Mittwoch 6. März 2013, 10:55

Torsten68 hat geschrieben:....
  • Was wird vermisst?
  • Was ist besser / schlechter?
  • Wo muss man aufpassen oder was muss man anders machen?
  • Sonstige Tipps / Tricks für den Systemwechsel und/oder danach
  • Gibt es auch "Zurückwechsler"?
....

Hallo Torsten

Ich bin vor 3 Monaten mit der Panasonic GH2 (16 MP) in's mft-Lager gewechselt und habe es nicht (sehr) bereut. Ich komme jedoch nicht nur aus dem DSLR- sondern auch aus dem "Kompaktkamera"-Bereich. Bisher hatte ich eine Pentax K100D (6 MP) mit 18-55mm, 28-300mm und ein 400mm Objektiv. Dazu habe ich noch eine Canon SX1 (10 MP) genutzt. Kompakt kann man sie eigentlich nicht nennen da sie vom Äusseren ein kleinen DSLR ähnelt, dafür aber einen sehr großen Zoombereich (28- 560 mm KB) hat.
Überwiegend habe ich mit der K100D fotografiert und die SX1 zum filmen genutzt. Hatte ich aber keine Lust um die gesamte Ausrüstung mitzunehmen kam nur die SX1 in die Tasche. Bei guten Lichtverhältnissen habe ich die K100D auch nicht vermisst. So konnte ich dann Filmen und Fotografieren mit nur einer Kamera. Bei schlechteren Lichtverhältnissen waren die Bilder aber sehr schnell verrauscht oder verwackelt.
Jetzt kam es aber, das bei der K100D der Auslöser angefangen hat zu spinnen und bei der Canon das Objektiv gelegentlich mit einem Fehler eingefahren ist. Daraufhin habe ich mit dann entschieden ins mft-Lager zu wechseln da es ein guter Kompromiss zwischen dem etwas größeren APS-C Sensor und dem kleinen Canon 1/2,3 Zoll Sensor ist.
Der Kaufgrund für die GH2 war die deutlich bessere Video Sektion. Die viel mehr Einstellmöglichkeiten bietet und vor allem eine deutlich bessere Bedienung zulässt. Zwar bietet die GH2 auch eine sehr gute Foto Sektion, jedoch habe ich schon das etwas schlechtere Rauschverhalten der GH2 gegenüber der K100D bemerkt. Dies führe ich auf den etwas größeren APS-C Sensor und auf die geringere Pixelzahl von "nur" 6 MP zurück.
Ein ISO 3200 Bild mit der GH2 aufgenommen ist ungefähr mit einem ISO 1600 Bild der K100D zu vergleichen. Durch die höhere Pixelzahl der GH2 fällt es nicht so stark auf und ich kann somit auch mal auf ISO 3200 ausweichen. Höhere ISO-Werte empfinde ich jedoch als Marketing-Gag.
Ein, für mich, aber viel größerer Nachteil ist das extrem stark verzeichnende Objektiv. Ich hatte das schon an der SX1, aber lange nicht so schlimm wie bei der GH2. Jetzt werden viele sagen, das es ihnen noch nicht aufgefallen ist. Jedoch ich fotogrfiere in RAW und entwickle jedes Bild von Hand. Wenn ich in JPEG fotogrfieren würde hätte ich das Problem nicht da die Kamera fast alles wegrechnet. Das jedoch verlängert meinen RAW-Workflow da ich es von Hand machen muss. Ich könnte Silkypix dazu nehmen und es automatisch wegbekommen jedoch fehlen mir dann viele Funktionen aus ACDsee Pro 6. Dort habe ich mit jetzt einige Vorlagen erstellt mit denen ich mittlerweile bessere Ergebnisse bekomme als mit Silkypix aber mit höherem Aufwand.

Jetzt noch als Zusammenfassung zu deinen Fragen:

Was wird vermisst?
Eigentlich nichts, denn ich kann auch die alten Pentax-Objektive an der GH2 weiternutzen.

Was ist besser / schlechter?
Besser ist deutlich die Video-Sektion und das Handling mit der GH2 beim fotografieren, da ich durch die frei belegbaren Knöpfe und die Funktionstasten einfacher und schneller fotografieren kann.
Schlechter ist das Rauschverhalten. Ich habe jedoch den Eindruck, daß das durch die höhere Pixelzahl nicht stört. Mit Abstand am schlechtesten finde ich jedoch den höheren Aufwand der RAW-Bearbeitung durch die stark verzeichnenden Objektive.

Wo muss man aufpassen oder was muss man anders machen?
Der Umstig auf die GH2 viel mir nicht schwer. Ich musste mich also nicht viel beim fotografieren umstellen oder anders machen. Aufpassen muss man nur bei der RAW Fotografie auf die Verzeichnenden Objektive (ich vermute das machen alle)

Sonstige Tipps / Tricks für den Systemwechsel und/oder danach
Wenn man seinen bisherigen Objektivpark liebt und ein paar optische "Schätzchen" hat sollte man sich das manuelle Fotografieren angewöhnen und einen Adapter kaufen. Hier tun es sogar die deutlich günstigeren China-Nachbauten.
Dann kann man seine alten Linsen weiter nutzen und hat keine Probleme mit dem RAW-Workflow.

Gibt es auch "Zurückwechsler"?
Noch denke ich nicht darüber nach, da die GH2 extrem viel Spaß macht.
Aber, das Bessere ist des Guten Feind. Warum also nicht!

Gruß
Dirk

Michail66
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Re: Erfahrungsaustausch: Systemwechsel von DSLR auf MFT

Beitrag von Michail66 » Mittwoch 6. März 2013, 18:20

HI
Ich bin auch umgestiegen von DSLR auf MFT habe alles verkauft.
Meine damalige Ausrüstung Canon 40D - 50D einige L objektive z.B. 70-200mm 4 L IS / 70-200mm 2,8 L IS -100-400mm f/4,5-5,6 L IS
Canon EF 17-40mm/1:4,0 L würde sagen eine gute Ausrüstung.
Der Umstieg ist mir leicht gefallen vom der Handhabung her.

Was ist besser betrifft GH3 und OM-D E-M5
Viele kompakter
Um einiges leichter
Iso Rauschen im Vergleich zu Canon 40D - 50D um einiges besser
Bedienung über den Display
Man kann unzählige objektive anschließen , es sind praktisch keine Grenzen gesetzt
MFT gehört die Zukunft

Was ist schlechter
Der sucher der GH3
Allgemein etwas schlechter bei schnell bewegliche Objekte
Was ich noch vermisste ein 200mm oder ein 300mm objektiv 2,8 in dieser Richtung

Von der Qualität habe ich es bis jetzt nicht bereut.
http://www.mein-fotoblick.de/
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Re: Erfahrungsaustausch: Systemwechsel von DSLR auf MFT

Beitrag von available » Mittwoch 6. März 2013, 21:29

Hallo Torsten,

ein paar Anmerkung von meiner Seite ohne Garantie auf Vollständigkeit.
Torsten68 hat geschrieben:Was ist besser / schlechter?
Der Vergleich DSLR/mFT kann sich meiner Meinung nach nur auf die Sensorgröße (nicht Technik), den AF, den unterschiedlichen Sucher inkl. Spiegel(geklapper) und die Objektive mit anderem Auflagemaß beziehen. Einige Dinge werden aber eigentlich Systemunabhängig von einem System angeboten und vom anderen nicht. Diese möchte ich hierbei nicht betrachten.

positiv mFT

- kompakteres, leichteres Gesamtsystem aufgrund des kleineren Sensors (Crop-Faktor 2)
- Wir haben mit Olympus einen (wenn nicht den) Top-Objektivanbieter an Bord (Das weiß Sony auch)
- Liveview (auch im Sucher)
- Alles was denkbar ist kann im Sucher angezeigt werden (z.B. Fokus Peaking, Sucher Anzeige Stil etc. )
- Weißabgleich oder auch Bildstil im Sucher beurteilbar
- Histogramm auch vor der Aufnahme sichtbar
- sehr schneller AF-S
- Kein Front-/Backfokus
- größere Schärfentiefe (Makro, Landschaft etc.)
- Suchergröße teilweise auf bestem Vollformatniveau
- sehr gute Filmfunktionen
- Bedienung über (Klapp)Display
- Alle Objektive mit größerem Auflagemaß als mFT können adaptiert werden.
- MF-Lupe
- Möglichkeit des elektronischen Verschlusses

negativ mFT

- Erst im Anfangsstadium des Amateur und Profilager stehend
- geringere aber qualitativ gute Kameraauswahl
- bei gleicher Auflösung und technischem Stand kleiner Pixel => stärkeres Rauschen
- schlechtere Freistellungsmöglichkeiten
- schlechterer AF-C
- noch geringe aber sehr gute Objektivauswahl
- keine langbrennweitigen, lichstarken Objektive!
- Aufgrund der kompakteren Abmaße für große Hände schlechter zu bedienen
- derzeit noch schlechtere Sucherdarstellung bei schlechtem Licht
Torsten68 hat geschrieben:Wo muss man aufpassen oder was muss man anders machen?
Keine Ahnung. Dazu müsste ich wissen was Du bis jetzt wie machst.
Torsten68 hat geschrieben:Sonstige Tipps / Tricks für den Systemwechsel und/oder danach
Wie auch bei DSLRs nicht zu sehr in Gehäuse sondern in wirklich gute Objektive investieren.
Torsten68 hat geschrieben:Gibt es auch "Zurückwechsler"?[/list]
Sicher, all diejenigen welche die Nachteile nicht bedacht haben welche aufgrund ihrer fotografischen Themen einen großen Stellenwert haben.


Viele Grüße

Andreas
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Re: Erfahrungsaustausch: Systemwechsel von DSLR auf MFT

Beitrag von ahinterl » Donnerstag 7. März 2013, 08:58

Michail66 hat geschrieben:MFT gehört die Zukunft
Na, da ist aber jemand extrem optimistisch ;)!
Andreas

Torsten68
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Re: Erfahrungsaustausch: Systemwechsel von DSLR auf MFT

Beitrag von Torsten68 » Donnerstag 7. März 2013, 09:34

Erstmal vielen Dank für Eure Antworten :)

Da war schon das eine oder andere dabei!

Meine Punkteliste war eigentlich nur als Anregung gedacht, ich hatte nicht die Erwartung zu jedem Punkt eine Antwort zu bekommen ;)
Torsten68 hat geschrieben:
  • Was wird vermisst?
  • Was ist besser / schlechter?
  • Wo muss man aufpassen oder was muss man anders machen?
  • Sonstige Tipps / Tricks für den Systemwechsel und/oder danach
  • Gibt es auch "Zurückwechsler"?
Was ich z.B. als Umsteiger lernen muss, ist der Umgang mit dem AF - die Auswahl des Fokusbereichs. Bei der DSLR habe ich durch den Sucher geschaut und habe aus über 40 roten Fokuspunkten einen oder mehrere ausgewählt. Bei der GH3 habe ich meistens ein kleines Fokusquadrat welches ich auf dem Display touche oder mit dem Cursor verschiebe.
Dann war bei der DSLR die Spiegelvorauslösung immer ein Thema... jetzt habe ich einen elektronischen Verschluss. Ich hatte zwar ein "Live-View" bei der DSLR, aber das war nicht wirklich zu gebrauchen (nur bei Makros oder vom Stativ).


Gruß
Torsten
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Re: Erfahrungsaustausch: Systemwechsel von DSLR auf MFT

Beitrag von Lenno » Donnerstag 7. März 2013, 13:43

Gerade das markieren des AF Punktes auf dem Display finde ich echt klasse, etwas das ich nicht mehr missen möchte.
Was bei der GF2 noch eingeschränkt war (Bereich in der Mitte), kann ich nun mit der G3 bis an den Rand setzen.

ThomasT
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Re: Erfahrungsaustausch: Systemwechsel von DSLR auf MFT

Beitrag von ThomasT » Donnerstag 7. März 2013, 16:01

Das find ich gerade nervig ... aber neuer Thread ...
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Re: Erfahrungsaustausch: Systemwechsel von DSLR auf MFT

Beitrag von Blubbie » Donnerstag 7. März 2013, 17:28

Außer Gewicht, Größe und gutem Autofokus während Video hat mft keinerlei Vorteile. Man zahlt teilweise premium Preise für Objektive, die nur durch Software Korrekturen überhaupt brauchbar sind. Setzt man diese dann z. B. an einem Olympus Body ein, hat man keine CA Korrektur und die Bildergebnisse sind schrecklich.

Für etwa 300€ bekomme ich bei Nikon ein 35mm 1.8 und ein 50mm 1.8, habe also eine gute normal und ein Portrait Objektiv, bei mft zahle ich für ein Normalobjektiv schon alleine diesen Preis...

Die Akkulaufzeit ist auch sehr schlecht z. B. konte ich mit der g3 nur 1/3 der Bilder mit einem Akku machen wie mit einer 600d, was auch daran liegt, dass der EVF enorm viel Strom frisst, wenn man bei einer DSLR das Display ausschaltet und lediglich via OVF fotografiert, hält der Akku eine Ewigkeit.

Der AF ist bei unbeweglichen Objekten sehr schnell und präzise, aber sobald sich das Objekt schnell bewegt, ist selbst das AF System der 600d mit dem 55-250mm Kit der g3 mit 45-200mm deutlich überlegen gewesen. Bilder von fliegenden Möwen, sind mir mit der g3 überhaupt nicht gelungen...

Scheint die Sonne direkt auf das Gesicht, erkennt man auf dem EVF (als Brillengräger) auch nicht mehr viel, da sich das Auge an die Helligkeit anpasst und der EVF so sehr dunkel erscheint. Abhilfe konnte nur durch Abnehmen der Brille (tjo dann sehe ich halt nichts mehr, wenn ich die Kamera vom Auge nehme und muss wieder die Brille aufsetzen), oder durch Abschatten geschaffen werden. Allerdings was nützt mir ein Sucher, wenn ich ihn abschatten muss, um was zu erkennen, dann kann ich ja gleich den Monitor nehmen...

Alles in allem war mein Versuch recht durchwachsen (sowohl mit der e-pl3 wie auch mit der g3)
Mfg

Andy

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Re: Erfahrungsaustausch: Systemwechsel von DSLR auf MFT

Beitrag von available » Donnerstag 7. März 2013, 19:37

Hallo Andy,

das sehe ich etwas anders
Blubbie hat geschrieben:Außer Gewicht, Größe und gutem Autofokus während Video hat mft keinerlei Vorteile. Man zahlt teilweise premium Preise für Objektive, die nur durch Software Korrekturen überhaupt brauchbar sind. Setzt man diese dann z. B. an einem Olympus Body ein, hat man keine CA Korrektur und die Bildergebnisse sind schrecklich.
Man muss sich eben Linsen kaufen, welche nicht verzeichnen. Auch kan man seine alten adaptieren oder für weniges Geld alte (ich empfehle >= 50mm) sehr gute kaufen. Dann hat man garantiert keine Verzeichnungen.
Blubbie hat geschrieben:Für etwa 300€ bekomme ich bei Nikon ein 35mm 1.8 und ein 50mm 1.8, habe also eine gute normal und ein Portrait Objektiv, bei mft zahle ich für ein Normalobjektiv schon alleine diesen Preis...
Für 200,-€ bekommt man zwei ganz ausgezeichnete Sigma-Objektive (2.8/19 und 30mm)
Blubbie hat geschrieben:Die Akkulaufzeit ist auch sehr schlecht z. B. konte ich mit der g3 nur 1/3 der Bilder mit einem Akku machen wie mit einer 600d, was auch daran liegt, dass der EVF enorm viel Strom frisst, wenn man bei einer DSLR das Display ausschaltet und lediglich via OVF fotografiert, hält der Akku eine Ewigkeit.
Das ist natürlich ein Aspekt. Dafür hat der EVF auch ein paar Vorteile. s.o.
Ich empfinde einen Akkuwechsel auch nicht als Drama.
Blubbie hat geschrieben:Der AF ist bei unbeweglichen Objekten sehr schnell und präzise, aber sobald sich das Objekt schnell bewegt, ist selbst das AF System der 600d mit dem 55-250mm Kit der g3 mit 45-200mm deutlich überlegen gewesen. Bilder von fliegenden Möwen, sind mir mit der g3 überhaupt nicht gelungen...
Das ist richtig. Habe ich auch oben erwähnt. Mir sind jedoch schon eine Vielzahl von fliegenden Vögeln gelungen. Man muss vielleicht etwas mehr üben als mit den DSLRs was einem in fotografischer Hinsicht aber auch nicht unbedingt schadet.
Blubbie hat geschrieben:Scheint die Sonne direkt auf das Gesicht, erkennt man auf dem EVF (als Brillengräger) auch nicht mehr viel, da sich das Auge an die Helligkeit anpasst und der EVF so sehr dunkel erscheint. Abhilfe konnte nur durch Abnehmen der Brille (tjo dann sehe ich halt nichts mehr, wenn ich die Kamera vom Auge nehme und muss wieder die Brille aufsetzen), oder durch Abschatten geschaffen werden. Allerdings was nützt mir ein Sucher, wenn ich ihn abschatten muss, um was zu erkennen, dann kann ich ja gleich den Monitor nehmen...
Dazu kann ich nicht viel sagen, denn ich bin (noch) kein Brillenträger. Klappt das denn nicht mit dem Dioptrienausgleich?
Blubbie hat geschrieben:Alles in allem war mein Versuch recht durchwachsen (sowohl mit der e-pl3 wie auch mit der g3)
Das ist schlecht. Ich finde es immer wieder sehr Schade wenn sich Fotografen für ein System entscheiden ohne vorher die Vor- und Nachteile gegeneinander abgewogen zu haben. Das meinte ich auch in meinem obigen Thread mit dem letzten Punkt. Du bist dann anscheinend eher doch ein DSLRler.

Viele Grüße

Andreas
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Jorge
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Re: Erfahrungsaustausch: Systemwechsel von DSLR auf MFT

Beitrag von Jorge » Freitag 8. März 2013, 17:59

Ich bin Anfang Dezember umgestiegen auf eine G5, allerdings nicht von einer DSLR, sondern von einer analogen Spiegelreflex (Canon 33V). Bis dahin hatte ich jahrzehntelang Dias fotografiert, aber die Filmpreise sind dermaßen in die Höhe geschossen, und bis man einen entwickelten Film in den Händen hält dauert es länger als einstmals in der DDR, sodass ich mich ohnehin nach etwas Anderem umsehen musste. Logisch wäre eine DSLR gewesen, da ich dann auch die Objektive hätte weiternutzen können. Aber schließlich gab das geringere Gewicht den Ausschlag für die G5 - Kamera und 3 Objektive im Rucksack waren mir bei der Spiegelreflex zunehmend zu einer Belastung geworden, und selbst die Sparvariante - zwei Objektive + Kamera - wurde bei längeren Wanderungen doch ganz schön schwer. Die Lumix mit den zwei Kitobjektiven (14-42 und 45-150) ist im Vergleich gar nicht zu spüren, auch nach 3 Stunden Fußmarsch nicht. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass die Objektive stärker verzeichnen als die Canon-Zooms der analogen Zeit (oder aber Lightroom entfernt sie so effektiv, obwohl es keine speziellen Objektivkorrekturen gibt. Aber Adobe behauptet, die seien auch, anders als bei Canon z. B., gar nicht nötig). Insgesamt gesehen habe ich den Umstieg auf mFT nicht bereut. Ich gebe zu, bis zu einem gewissen Grad trauere ich dem Prismensucher nach, denn das Sucherbild wirkte einfach natürlicher und war unter allen Lichtverhältnissen gut einzuschätzen. Aber der EVF hat auch seine Vorteile, u. a. auch den, dass man häufig schon aus der Helligkeit des Sucherbildes einschätzen kann, ob die Belichtung einigermaßen stimmt oder ob man korrigierend eingreifen sollte. Andere wurden bereits genannt. Mit dem Autofocus hatte ich auch bislang keine Probleme, auch nicht bei einem Reiher, der plötzlich abhob. Da ich heute bei einer kleinen Theatervorführung der Klasse eines meiner Enkel bei extrem schlechtem Licht (keine Scheinwerfer - obwohl vorhanden - , dafür nur Deckenbeleuchtung und wintertrübes Tageslicht durch die Fenster des Raums) fotografiert habe, weiß ich zu schätzen, wie gering das Rauschen noch bei ISO 1600 ist. Blitzen wollte ich nicht, um die Aufführung nicht zu stören. Als geradezu genial erwies sich in diesem Fall auch der elektronische Verschluss - kein Geräusch konnte die Kinder irritieren.
Also, ich bin bislang hellauf begeistert. Was ich vermisse, ist u. a. eine Messmethode, die an meiner Spiegelreflex vorhanden war und sich bei Canon "Depth" nannte. Also die Möglichkeit, den Tiefenschärfebereich genau zu definieren, indem man den vordersten und den hintersten Schärfepunkt festlegt. Die Kamera ermittelt dann die passende Belichtungszeit und Blende dazu. Was ich noch vermisse, ist Geld, um mir noch weitere Objektive zuzulegen, denn als Rentner kann man nun einmal nicht mehr so große Sprünge machen wie noch vor ein paar Jahren. Aber dafür kann das System nichts und bei einer DSLR stünde ich vor demselben Problem ...
Aber an einer Stelle könnte Panasonic gern noch nachbessern: Mein Partner fotografiert mit einer Canon G12. Wie die Lumix G5 bietet sie die Möglichkeit, RAW und JPEG gleichzeitig aufzunehmen. JPEG vor allem, um die Bilder gleich am Fernseher anzusehen. Die Wahl des Aufnahmeformats bei der G12 ist nur in der JPEG-Datei unwiderruflich. Stellt man 16:9 als Format ein, sieht man das Bild formatfüllend am TV-Gerät, aber die RAW-Datei enthält die gesamte Sensorinformation. Mit der Canon-eigenen Software kann man den Rahmen verschieben, ein anderes Format einstellen oder ihn ganz entfernen. Zwar erkennt Lightroom seltsamerweise die Veränderungen nicht an, aber mit Exiftool bzw. Exiftool direct lässt sich der Rahmen effektiv entfernen, sodass man auch in Lightroom das unbeschnittene Bild vorfindet und nach dem Bearbeiten jedes beliebige Format je nach Einsatzzweck einstellen kann. Bei Panasonic geht das leider nicht, der Beschnitt ist endgültig. Sollte sich das durch ein Update der Betriebssystemsoftware verändern lassen, wäre ich Panasonic unendlich dankbar.
Ein länger durchhaltender Akku wäre natürlich auch ganz schön, aber wie man sieht, ist das nicht unbedingt systemabhängig. Es gibt auch DSLR-Kameras, sogar im sehr gehobenen Segment, die noch schneller schlapp machen. Und das Wechseln ist nun nicht so aufwendig, dass man deswegen von einer mFT-Kamera Abstand nehmen sollte.

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Re: Erfahrungsaustausch: Systemwechsel von DSLR auf MFT

Beitrag von available » Freitag 8. März 2013, 18:14

Hallo Jorge,

ersteinmal herzlich willkommen hier im Forum und Danke für Deine sehr ausführliche Darstellung.
Jorge hat geschrieben:IIch habe auch nicht den Eindruck, dass die Objektive stärker verzeichnen als die Canon-Zooms der analogen Zeit (oder aber Lightroom entfernt sie so effektiv, obwohl es keine speziellen Objektivkorrekturen gibt. Aber Adobe behauptet, die seien auch, anders als bei Canon z. B., gar nicht nötig).
Lightroom korrigiert die Verzeichnung bereits intern. Um die Verzeichnungen bewerten zu können muss man einen RAW Konverter ohne diese Korrekturen verwenden. Z.B. ACDSee oder dergleichen.

Viele Grüße

Andreas
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Re: Erfahrungsaustausch: Systemwechsel von DSLR auf MFT

Beitrag von Blubbie » Freitag 8. März 2013, 20:03

Hallo Andreas,
available hat geschrieben: Man muss sich eben Linsen kaufen, welche nicht verzeichnen. Auch kan man seine alten adaptieren oder für weniges Geld alte (ich empfehle >= 50mm) sehr gute kaufen. Dann hat man garantiert keine Verzeichnungen.
Naja bei den Zooms lässt es sich kaum vermeiden (insbesondere die Motorzooms sind wahre Negativrekordhalter bei der Verzeichnung), auch kommt es mir so vor, dass gerade Panasonic voll auf Software Korrektur setzt, so treten bei Olympus Kameras teils starke CAs, wenn Panasonic Objektive verwendet werden, weil die CA Korrektur eben nicht zum mft Standard gehört. Wäre für manuelle Objektive nicht eine nex besser, die kann immerhin Focus peaking...
available hat geschrieben: Für 200,-€ bekommt man zwei ganz ausgezeichnete Sigma-Objektive (2.8/19 und 30mm)
Die haben allerdings eine Blende von 2.8 und nicht 1.8, wie meine genannten :)
available hat geschrieben: Dazu kann ich nicht viel sagen, denn ich bin (noch) kein Brillenträger. Klappt das denn nicht mit dem Dioptrienausgleich?
Das hat damit nichts zu tun. Da die Brille dazwischen ist, ist der Abstand zwischen Auge und Okular größer, dadurch kann mehr Sonnenlicht von der Seite oder oben an das Auge gelangen. Das Auge passt sich also an die Helligkeit des direkten Sonnenlichts an und der EVF erscheint so sehr dunkel.
Mfg

Andy

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Re: Erfahrungsaustausch: Systemwechsel von DSLR auf MFT

Beitrag von available » Freitag 8. März 2013, 20:42

Hallo Andy,

vom Thema Zoom habe ich mich inzwischen verabschiedet. Ich habe einige, die ich behalten werde. Neue Objektive werden (seit einiger Zeit) jedoch nur noch lichtstarke Festbrennweiten.
Die Motorzooms haben mich noch nie sonderlich interessiert. Die Korrektur von den Verzeichnungen finde ich allerdings nicht so problematisch. Das bekommt man z.B. mit Lightroom ganz gut in den Griff. Auflösungsprobleme dagegen nicht!

Ich denke, dass sie Lumixe bzw. GH3 auch noch das Fokus peaking bekommen werden. Falls nicht kann ich aber auch damit leben. Eine Nex werde ich mir aber definitiv nicht kaufen. Das wäre ein kompletter Systemwechsel. Meine Bilder würden dadurch nicht besser werden. Wenn dann eine DSLR. Am ehesten eine D800 oder gleich Mittelformat. Das dann aber mit einem anderem Einsatzzweck.

Sicher habe die Sigmas nur die f/2.8, aber sie sind sehr gut und günstig. Von den Auflösungswerten auch besser als das Canon 1.8/50mm.

Zum Thema Brille kann ich nur soviel sagen, dass ich eben auch wegen der Randverzeichnung des Okulars der GH3 darauf achte einen sehr geringen Abstand zum Okular zu haben.
Somit habe ich auch keinen Probleme mit dem Licht, obwohl ich sehr viele Aufnahmen bei extremen Seiten und Gegenlicht mache.

Viele Grüße

Andreas
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Re: Erfahrungsaustausch: Systemwechsel von DSLR auf MFT

Beitrag von sardinien » Freitag 8. März 2013, 22:36

Hallo,
eine CA Korrektur kameraintern bei Verwendung von pana Objektiven an pana Cams ist doch ausgezeichnet.

Vor einigen Tagen habe ich einen Vergleich 45 mm Oly gegen 12-35 mm Pana durchgeführt. Die CA vom 45 mm waren nicht zu korrigieren. Das 12-35 war dagegen fast CA frei und das bei f/2.8.
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