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Re: Interessante Makro-Kombi

Verfasst: Mittwoch 14. August 2019, 23:04
von David
Warum sollte denn ein lichtstarkes Objektiv nicht für Makro geeignet sein?
Ich kann es doch genauso abblenden wie jedes andere Objektiv auch.
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Ich habe hier mal ein Blende 1,1 Objektiv gegenüber einem Blende 2,8 Objektiv gegenübergestellt.

Normalerweise werden MFT Objektive ab Blende 8 etwas schwammig.
Ich könnte als bei einem 2,8er Objektiv nur 3x abblenden ehe ich bei Blende 8 lande.
Während ich theoretisch beim 1,1er Objektiv sogar nur 5x abblenden müsste um nur bei Blende 5,6 zu landen was ja schärfemäßig besser wäre ehe ich im schwammigen Bereich lande.

Dazu kommen noch die Brennweiten 50mm 1,1 und 60mm bei 2,8 beide hätten genau die gleich Schärfentiefe, bei einem Meter Entfernung.
Bildschirmfoto 2019-08-14 um 23.55.44.jpg
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Bildschirmfoto 2019-08-14 um 23.55.29.jpg
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Klar spielt hier ein 60er Makro in einer anderen Liga weil man vermutlich letztendlich näher rangehen kann.
Generell würde ich aber nicht von vornherein ausschliessen das ein 50mm Kamlan 1,1 dafür ungeeignet sei.

Re: Interessante Makro-Kombi

Verfasst: Mittwoch 14. August 2019, 23:07
von Wolfgang B.
Bei Blende 1,1 sicherlich. Und deswegen hat er sich ja das Objektiv gekauft.

PS: Schwammig werden MFT-Objektive bei Blende 8 und kleiner wegen der Lichtbeugung. Und da verhalten sich alle MFT-Objektive gleicher Brennweite gleich.
Ansonsten würde die Schärfe bei weiterer Abblendung theoretisch eigentlich zunehmen, wenn die Lichtbeugung nicht zuschlagen würde und alles zunichte machen würde.

Re: Interessante Makro-Kombi

Verfasst: Donnerstag 15. August 2019, 20:51
von Werle
Ungeachtet aller - berechtigten oder unberechtigten - Kritik habe ich meine Tests bezüglich des Kamlan 1.1/50 selbstverständlich fortgesetzt.
Wer mein Eingangsposting sorgfältig gelesen hat weiß, daß es mir ausschließlich darum ging, selbst die Möglichkeiten dieses lichtstarken Objektivs in Verbindung mit dem Raynox DCR 250 bei ungenünstigen Licht- bzw. Witterungsverhältnissen auszuloten und meine Ergebnisse in diesem Forum mitzuteilen; darin sehe ich übrigens u.a. auch den Sinn eines Fotoforums!
Vor diesem Hintergrund stelle ich noch zwei Fotos ein, die ich heute genau mit dieser "interessanten Kombi" unter den soeben beschriebenen Bedingungen gemacht habe.

Hier soll selbstverständlich jeder für sich entscheiden, ob die Qualität der Fotos bzw. die Fähigkeiten des Objektivs seinen Ansprüchen gerecht werden.

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Re: Interessante Makro-Kombi

Verfasst: Donnerstag 15. August 2019, 22:52
von Jock-l
Mir sagt das erste der beiden gezeigten Motive zu- im Grunde ist es einfach zu entscheiden: wenn Du mit den Ergebnissen zufrieden bist und die Bilder Dir gefallen, sollte alles ok sein, oder ?

Ein Kamlan werde ich in drei Wochen ausprobieren dürfen (via anderes Forum), mal sehen wie sich das in realer Praxis denn nur Mitlesen/Bilder interpretieren darstellt. Wenn das Fokussieren eines Nicht-AF-Objektives keine besonderen Probleme aufwirft (durch häufiges Einsetzen von Altobjektiven bin ich manuelles Arbeiten gewöhnt), sollten die Ergebnisse mit denen eines AF-Objektives vergleichbar sein.

Will sagen- lassen sich Deine Ideen/angedachten Bilder wie gewünscht/angedacht umsetzen, war die Investition richtig.

Re: Interessante Makro-Kombi

Verfasst: Freitag 16. August 2019, 11:37
von OlyPan
Natürlich kann man im Prinzip mit jedem Objektiv und Nahlinse/Zwischenringe Makros schießen.

Ob man dies jetzt mit Offenblende tun muß sei mal dahingestellt. Schwierig wird es mit Offenblende einen Schärfepunkt zu definieren. Ich hab auch schon mein Pancolar 50mm 1.8 mit einer Raynox 250 versehen und versucht ein Pflänzchen mit einer Fliege zu fotografieren bei f 1.8. Das Bokeh crass, die Schärfe oje. Meistens sind solche Objektive bei Offenblende nicht gerade der Brüller was Schärfe angeht. Die kommt dann erst bei f4 und da brauch ich dann nicht unbedingt einen "Lichtriesen".
Aber das heißt nun auch nicht, das ich es nicht doch nutzen kann.

Hier ein Beispiel bei f1.8:

https://flic.kr/p/2gPBNt6

Re: Interessante Makro-Kombi

Verfasst: Sonntag 18. August 2019, 09:35
von Werle
Jetzt noch ein Blick ins Innere einer Korbblüte ("Kapkörbchen"), um die Abbildungsleistung des Kamlan 1.1/50 in Verbidnung mit der Raynox-Vorsatzlinse DCR 250 zu demonstrieren.

Die zahlreichen Röhrenblüten sowie die feinen Strukturen der dunkelbraunen Blütenstempel sind deutlich zu erkennen; daß die Schärfe angesichts dieser Blendenöffnung (manuell eingestellt <2) zu den Rändern hin abnimmt, ist für mich durchaus noch akzeptabel und wird durch das gefällige Bokeh ausgeglichen. Den Schärfe-Enthusiasten bleibt ja immer noch die Möglichkeit des Focus-Stacking.

Die Vignettierung ist übrigens keine Schwäche dieser Optik, sondern von mir (per EBV) so gewollt.

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Re: Interessante Makro-Kombi

Verfasst: Montag 19. August 2019, 09:52
von Werle
Der Stachel einer Heckenrose:

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Re: Interessante Makro-Kombi

Verfasst: Montag 19. August 2019, 10:05
von sasssoft
Die Bilder sind alle etwas flau. Wenn schon mit offener Blende und dadurch außerordentlich geringer Schärfentiefe gearbeitet wird, muss der Schärfepunkt aber auch exakt an der richtigen Stelle liegen und nicht irgendwo. Beim Stachel hätte er z.B. direkt auf der Spitze sein müssen, bei der Blüte weiter vorn, bei der Fliege exakt auf dem vordersten Auge.

Gruß
Alfred

Re: Interessante Makro-Kombi

Verfasst: Montag 19. August 2019, 11:50
von bonne
Hallo!
Da stimme ich Alfred zu. Der Schärfebereich hätte besser gewählt werden können. Die Bilder besitzen für mich eine "künstlerische" Unschärfe. Für mich wäre diese Kombination nichts. Danke an Werle, jetzt weiß ich, dass ich kein super lichtstarkes Makro-Objektiv brauche. Schon bei meinem Sigma mit 2.8 ist die Schärfentiefe schon mega schmal.

Re: Interessante Makro-Kombi

Verfasst: Dienstag 20. August 2019, 14:52
von Werle
Die "bessere Wahl des Schärfebereichs" liegt allerdings - ebenso wie die manuelle Fokussierung - in der Hand des Fotografen; da ist das verwendete Objektiv außen vor.
Alle von mir in diesem Thread eingestellten Fotos sind "frei Hand" gemacht; bei den beiden Makros am Ende dieses Beitrags habe ich (ausnahmsweise) ein Stativ verwendet, bei voller Blendenöffnung (1.1), "inhouse" und ohne künstliches Licht.

Den Schärfepunkt bei dem abgebildeten Kleinwerkzeug habe ich auf den vorderen Teil der 10 mm langen Spitze gesetzt, bei den Streichhölzern auf den Kopf des Hölzchens in der Bildmitte.
Der Schärfeverlust der Hölzer in der oberen Bildhälfte, die (absichtlich) etwas tiefer in der Schachtel liegen, ist deutlich erkennbar.
Zu dieser Aufnahme hat mich ein in Frank Späts Buch "Lumix G5 System Fotoschule" eingestelltes, ähnliches Foto inspiriert; er hat allerdings das Olympus Zuiko 2.8/60 mm Makro verwendet und mit Blende 3.5 fotografiert.
Alles in allem bin ich von den Makro-Fähigkeiten der hier vorgestellten Kombination angenehm überrascht und bereue den Kauf keineswegs. Das Preis/Leistungsverhältnis ist aus meiner Sicht völlig o.k..
Das Kamlan 1.1/50 wird vom Hersteller ausdrücklich als Portrait-Objektiv beworben; für den Einsatz in der Makrofotografie benötigt man entsprechende Vorsatzlinsen, da die Naheinstellgrenze bei 50 cm liegt.
Bitte diesen Thread nicht als Kaufempfehlung verstehen; mir ging es einzig und allein darum, dieses Objektiv in Verbindung mit der Raynox DCR 250 selbst bei unterschiedlichen Bedingungen zu testen und meine Eindrücke und Erfahrungen hier im Forum mitzuteilen.

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Re: Interessante Makro-Kombi

Verfasst: Dienstag 20. August 2019, 16:43
von sasssoft
Die "bessere Wahl des Schärfebereichs" liegt allerdings - ebenso wie die manuelle Fokussierung - in der Hand des Fotografen; da ist das verwendete Objektiv außen vor.
Ja klar, bei der offenen Blende ist es aber umso wichtiger, diese Fokussierung sehr präzise durchzuführen, aus freier Hand wird man da nur zufällig den richtigen Punkt treffen.

Auch für die neuen Bilder gilt: die Schärfe liegt zwar richtig, ist aber gar nicht berauschend und furchtbar knapp.

Ich finde, mit diesem Objektiv plus Raynox kann man zwar Makros machen, man hat aber vielleicht andere Objektive in der Fototaschen, die zusammen mit dem Raynox bessere Ergebnisse bringen. Hast Du denn mal die Blende ein paar Werte geschlossen und dann probiert?

Gruß
Alfred

Re: Interessante Makro-Kombi

Verfasst: Dienstag 20. August 2019, 20:19
von Werle
sasssoft hat geschrieben:
Dienstag 20. August 2019, 16:43
Die "bessere Wahl des Schärfebereichs" liegt allerdings - ebenso wie die manuelle Fokussierung - in der Hand des Fotografen; da ist das verwendete Objektiv außen vor.
Ich finde, mit diesem Objektiv plus Raynox kann man zwar Makros machen, man hat aber vielleicht andere Objektive in der Fototaschen, die zusammen mit dem Raynox bessere Ergebnisse bringen. Hast Du denn mal die Blende ein paar Werte geschlossen und dann probiert?

Gruß
Alfred
Wenn Du mein Eingangsposting gelesen hast, weißt Du, daß ich noch über zwei "namhafte" Makro-Objektive mit Lichtstärke 2.8 verfüge.
Mir ging es aber darum, auszuloten was mir Lichtstärken unterhalb der 2.8, d.h. in diesem Fall bis 1.1 bei Makros bei eher ungünstigen Lichtverhältnissen bringen; ich habe das Kamlan-Objektiv nicht gekauft, um damit Fotos ab Blende 2.8 und höher zu machen; dieser Bereich ist bestens abgedeckt.
Daher noch ein Foto, das Du gerne mit dem in o.a. Buch Frank Späths (S. 226) vergleichen kannst:

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Re: Interessante Makro-Kombi

Verfasst: Dienstag 20. August 2019, 21:33
von wozim
Keines der Bilder kommt auch nur in den Bereich, ein gutes Makro zu sein.
Ich halte es schlicht und ergreifend für unsinnig, dieses extrem lichtstarke Objektiv, dass sicher im Bereich der Portrait-Fotografie seinen Einsatzbereich hat, mit Achromaten in ein Genre zu zwingen, für das es absolut nicht geeignet ist.
Ich mache mit einem Porsche keinen Möbeltransport und mit einem 40-Tonner keinen Familienurlaub.

Re: Interessante Makro-Kombi

Verfasst: Mittwoch 21. August 2019, 07:34
von sasssoft
Wolfgang, ich stimme Dir ganz und gar zu. Wenn man will, kann man jedes Objektiv mit einem Raynox zu einem Makro machen, aber sinnvoll und mit guten Ergebnissen ist das sicher nicht.

Gruß
Alfred

Re: Interessante Makro-Kombi

Verfasst: Mittwoch 21. August 2019, 10:17
von Holger R.
es ist doch die Frage, was bei rüber kommen würde, wenn man deutlich abblenden würde. Vielleicht stimmt dann die Schärfe. Viele lichtstarke Objektive sind ja offen sehr weich...