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Freistellen und WB - viele Fragen

Verfasst: Mittwoch 26. Oktober 2011, 07:24
von Lili
Guten Morgen alle zusammen,

ich stell euch erst mal ein Tässchen Kaffe her Bild und rücke dann mit meinem Problem raus.

Gestern habe ich versucht, mit ganz vielen verschiedenen Einstellungen (Objektiv 14-42) meine Katze - und eben NUR die Katze zu fotografieren. Aber alle Fotos zeigen viel zu deutlich den Hintergrund, ganz egal was ich eingestellt habe.

Fast am besten war noch die Einstellung "Portrait"

Bild

aber zufrieden bin ich damit nicht.

Ich war bei den Aufnahmen relativ nah am Rufus dran (so ca. 1,5 m), die Terrassentrennwand ist ca. 3-4 m weiter weg.

Woran kann das liegen, sagt mal?


Lili

Re: Freistellen

Verfasst: Mittwoch 26. Oktober 2011, 07:39
von Jenso
Hallo, Lili,

hast Du auch die etwas manuelleren Optionen durchgespielt? – also möglichst geringe ISO-Zahl, kurze Belichtungszeit, ggf. MF statt automatisch (ich weiß nicht, ob Deine Kamera da mitmacht) und möglichst lange Brennweite?
Alles Maßnahmen, um die Tiefenschärfe/Schärfentiefe zu minimieren.

Bringt viel!
Jens

Re: Freistellen

Verfasst: Mittwoch 26. Oktober 2011, 07:43
von Dietmar
Merksatz:

"Volles Rohr, Blende auf und ran!"

Re: Freistellen

Verfasst: Mittwoch 26. Oktober 2011, 08:46
von MissEla
Mit meiner Alltagsknipse FZ38 gelingen mir manchmal auch gute Freistellungen: Blende möglichst weit auf, das Zoom alles was es hergibt und so nah ran, bis das Motiv schön vom Hintergrund getrennt ist. Allerdings sollte der Hintergrund auch nicht zu nah am Motiv sein. Der Zaun ist schon sehr nah dran.

Re: Freistellen

Verfasst: Mittwoch 26. Oktober 2011, 10:55
von diggi0311
Du besitzt das Leica Makro 2,8/45mm? Versuch es mal damit! Es eignet sich durch seine größere Blendenöffnung viel besser als Portraitobjektiv als das Kitzoom! Fotografier unter "A" und stelle Blende 2,8 fest ein, dann so nah ran wie möglich an das Katerchen.

Re: Freistellen

Verfasst: Mittwoch 26. Oktober 2011, 11:24
von Lili
:cry: Heute geht erstmal gar nichts. Draußen ist es dunkelgrau mit Sprühregen, herinnen NOCH dunkler mit Deckenlampe. Ich müsste permanent blitzen, aber das mag ich nicht so arg gerne, also heute kein Foto von nichts.

Ans Makro hab ich gar nicht gedacht, war so froh, daß Herr Rufus mal einen Moment einfach so sitzen geblieben ist :)


Lili

Re: Freistellen

Verfasst: Mittwoch 26. Oktober 2011, 16:11
von Gartenbully
Hallo Lili, dein Rufus ist zu schön das man nichts daraus machen kann.
Rüffel 1: Die Kamera immer am Horizont ausgerichtet halten. Erspart die Arbeit das Bild gerade zu stellen und zu beschneiden. Ein Teil des Bildes ging dadurch verloren. Deswegen jetzt das Hochformat.
Rüffel 2: Um den Hintergrund unscharf zu bekommen -große Blende= kleine Zahl in der Zeitautomatik. Dietmar sagte Dir schon " volles Rohr..."
Aber ich habe ja Mitleid mit einer bayrischen Mama, hier als Dateianhang dein Rufus in einer Bildbearbeitung freigestellt und Hintergrund unscharf gemacht, Mit Hochpass nachgeschärft. :roll:
Rufus Kopie.jpg

Re: Freistellen

Verfasst: Mittwoch 26. Oktober 2011, 16:23
von Dietmar
Paßt gut in den Thread:
"Wieviel Bearbeitung braucht der Mensch?"

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte!

Finde es toll!

Re: Freistellen

Verfasst: Mittwoch 26. Oktober 2011, 16:27
von wozim
Klasse Bearbeitung, Gartenbully. Eins, setzen! :lol:

Immer volles Rohr ist bei kleinen Sensoren zwar das einzige Mittel (in Verbindung mit offner Blende), hat aber den Nachteil, dass der typische Teleeffekt auftritt, die Bilder wirken zu zweidimensional, die Tiefe wirkt zusammengezogen (gestaucht).
Aber dagegen gibt es leider kein Mittel, wir müssen damit leben.
Man muss da einfach sein mittleres Optimum suchen und finden.
So wenig Schärfentiefe wie möglich bei so wenig Tele wie nötig.

Gruß Wolfgang

Re: Freistellen

Verfasst: Mittwoch 26. Oktober 2011, 16:46
von Lili
Bumm! Jetzt hats mich beim Anblick meines kleine Stinkers glatt vom Hocker gehauen!

Werner, das ist einfach Super was du aus meinem verhunzten Foto gemacht hast. Bild Werde mir das gleich klauen und für immer aufheben :x

Und, ich hab ja versucht mit Blende 4,5 im Programm P Fotos zu schießen, die sind aber genau so schlecht wie das oben von mir. Ich glaub, ich muss noch ganz arg viel üben und lernen.


Lili

Re: Freistellen

Verfasst: Mittwoch 26. Oktober 2011, 18:25
von Dietmar
Guten Abend, Lili,

gestatte mir, dass ich Dir obigen Merksatz zur Erzielung einer geringen Schärfentiefe (Freistellen) noch etwas erläutere:

Mit "volles Rohr" ist gemeint, dass man an einem Zoom-Objektiv die Brennweite vergrößert, d.h. den Ausschnitt kleiner macht. Wie Wolfgang anmerkte, wird dabei aber das Bild etwas "gestaucht", d.h. Motiv und Hintergrund scheinen näher zusammen zu liegen.

"Blende auf" bedeutet, dass man eine möglichst kleine Blendenzahl wählen sollte. Dies geschieht, indem man das Wahlrad auf "A" stellt. "A" ist die englische Abkürzung für "Aperture", übersetzt "Blende". In dieser Einstellung wird die Blendenzahl "vorgewählt" (eingestellt), die Belichtungszeit erfolgt dann automatisch, je nach den herrschenden Belichtungsverhältnissen. Diese Einstellung bezeichnet man auch mit "Blendenvorwahl", im Gegensatz zur Einstellung "S" für die "Zeitvorwahl" ("S" steht für "Speed", engl. Geschwindigkeit).

Der dritte Punkt "und ran" heißt, dass man an das Motiv möglichst nahe herangehen sollte. Wie weit das möglich ist, hängt von der oben beschriebenen Tele-Einstellung ab. Den Einfluß des Motivabstands kann man sehr schön bei Nahaufnahmen erkennen, bei denen die "Schärfentiefe" extrem klein ist.

Gebe zu, am Anfang ist das ganze Spiel mit diesen drei Einflußgrößen eine Fummelei, bis man alles unter einem Hut hat. Aber nach einiger Übung und einigen Probeaufnahmen, bekommt man ein Gefühl dafür.

Wünsche viel Erfolg!
Gruß Dietmar

Re: Freistellen

Verfasst: Mittwoch 26. Oktober 2011, 19:32
von Insulaner
Moin;

@ OldMan

Ich ziehe meinen Hut. Bin überwältigt :!: :!:

@ Dietmar

Danke für die genaue Erklärung. Ist für mich als Anfänger sehr interessant :!:

Re: Freistellen

Verfasst: Donnerstag 27. Oktober 2011, 10:50
von Lili
Ach mennoooooo *grummel-brummel*

Ich möchte so gerne üben, üben, üben, aber draußen ist es dunkelgrau und herinnen erst recht! Das ist nicht fair, gar nicht fair ist das!

Grummelnde Grüße


Lili aus dem stockdunklen Gröbenzell

Re: Freistellen

Verfasst: Donnerstag 27. Oktober 2011, 13:28
von Lili
So, jetzt habe ich trotz bewölktem Himmel und trotz absoluter Arbeitsverweigerung der echten Katze, Tests zum Freistellen gemacht.

Objektiv Makro Elmarit 45, Einstellung "A". Es folgen immer 3 Fotos, mit Blende 2.8, 8.0 und 22. Als Weißabgleich habe ich in der ersten Serie den automatischen Weißabgleich genommen (fürchterlich), dann auf Wolken gestellt und zuletzt mit Hilfe meines kleinen weißen Zettels den Weißabgleich selbst eingestellt.

Bitte nicht das Motiv bewerten, sondern hier geht es jetzt nur um die Technik und was ich hätte anders/besser machen können oder sollen ja?

Lili

2,8 Autom. WB

Bild

8,0 Autom.WB

Bild

22, Autom. WB

Bild


Neuer Versuch:

2,8, Wolke

Bild

8,0 Wolke

Bild

22, Wolke

Bild


Letzter Versuch, WB selbst eingestellt.

2,8

Bild

8,0

Bild

22

Bild

Re: Freistellen

Verfasst: Donnerstag 27. Oktober 2011, 13:51
von emeise
Hallo Lili, das klappt doch mit dem Freistellen.

Um den Effekt zu verstärker müßte der Hintergrund weiter weg sein oder
ein lichtstärkeres Objektiv verwenden werden, um die 2.8 noch zu toppen.

Das sieht aber so ganz gut aus. Schöne Blendenstudie in der Serie !

Der Weissabgleich macht Sorge. Wenn der Handabgleich der Realität nahe kommt, dann verstehe ich die Automatik jetzt nicht.

Dass der soweit daneben liegt ?!

Blende 22 - da hätte ich jetzt Bedenken, ob das nicht 'Beugungsunschärfe' am Ojektiv geben kann. ( ist eine physikalische Lichteigenschaft eines jeden Objektivs, aber ein anderes Thema. Nur so viel, je weiter abgeblendet, je schärfer stimmt nur bis zu einem bestimmten Punkt, dann macht sich die Beugungsunschärfe unschön bemerkbar )
http://de.wikipedia.org/wiki/Beugungsunsch%C3%A4rfe