Hallo Herr Dose,
das mit dem Langzeitverhalten von Speichermedien ist natürlich so eine Sache.
Ein "positives" Beispiel stellt mein erstes selbst erstandenes SCSI Laufwerk von Seagate dar, die 1096N, muss irgendwie 86/87
gewesen sein. Die liegt hier immer noch in einem Schuhkarton. Und häufig wenn ich mal einen PC aufsetze überkommt es mich, und ich schließe das alte Ding mal wieder an. Und, was soll man sagen, bisher läuft sie noch, kann sogar die Daten noch lesen (über die Fehlerraten möchte ich hier besser nicht spekulieren

) aber, so auf den ersten Blick, sehen die Daten noch ok aus.
Das kann man natürlich nicht mehr mit heutiger Technik vergleichen. Die Speicherdichten sind um mehrere 10er-Potenzen gestiegen. und damit die magnetisierten Inseln um ein zigfaches schwächer. Die Köpfe flogen damals in Höhen, da passten noch LKW's drunter. Heutige Technik könnte um ein vielfaches anfälliger sein. Aber bis zum nächsten Interface-Wechsel werden die Daten darauf (die ja eh einmal im Jahr neu geschrieben werden) schon durchhalten.
Normalen CDs DVDs würde ich nichts wichtiges anvertrauen. Wenn überhaupt solche Medien, Dann DVD-RAM, die sind Hardsektoriert und haben eine wesentlich bessere Bit-Fehlerkorrektur als normal Scheiben. Und es rechnet sich auch einfach nicht mehr bei Preisen von 60€ für ein Terabyte bei HD's.
@Stoffelbär:
Der Vergleich mit Fort Nox passt aber nicht so ganz.
Das ist einfach eine Strategie, die einem bei bestimmten Szenarien bestimmte Sicherheiten bietet.
Und da ich faul bin, ist die so aufgesetzt, dass der händische Aufwand für mich möglichst klein ist.
Fällt mir mein NAS runter, oder ich lösche ausversehen etwas, oder eine defekte Firmware im NAS zerstört die Daten auf der Platte etc. verliere ich maximal einen Tag an Daten. Wenn hier eine Überspannung durch z.B. Blitzschlag meinen ganzen Krempel unbrauchbar macht, verliere ich maximal einen Monat. Wenn das Haus abbrennt ein Jahr. Wenn mehr abbrennt, isses dann auch egal.
Das sind ja auch nicht viele Daten, Du schreibst "wertvoll", das trifft es nicht ganz.
Man muss sich überlegen welche Daten wiederbeschafbar sind, und wie hoch der Aufwand dazu wäre, und ob man diesen
Aufwand treiben möchte. Alle selbst erzeugten Dokumente sind erst mal per se nicht wiederbeschafbar und gehören damit
nach einem solchen Strickmuster gesichert. Aber es gibt ja auch Daten die man nur mit viel Mühe wieder herstellen kann. Eine gut getaggte Mp3 Sammlung, oder selbst geschnittenes Videomaterial, oder oder oder.
Man kann sich ja schnell überlegen, bei welchen Unglücken man welche Daten verliert. Wenn man dabei raus bekommt ist okay, dann sichert man genug/richtig. Wenn nicht, sollte man seine Strategie anpassen.
Und Speicher kostet nicht mehr das Geld. Und von meinen ganzen automatischen Sicherungen bekomme ich absolut gar nichts mit. Das läuft seit Jahren im Hintergrund und macht und tut. Ab und an mal kontrollieren ob noch alles wichtige dabei ist, und das war's. Einmal im Monat muss ich was "tun", das ist okay für mich...
Überleg Dir einfach was bei Dir weg ist wenn
Dein PC-Controller/Virus/ meint er müsse Deinen Festplatten mal ein ganz neues Layout verpassen
(Oder Du aus versehen mal das falsche Verzeichnis gelöscht hast)
der Blitz zuschlägt (alles was an Steckdose, Telefon, oder Netzwerk hängt)
Oder wenn es brennt (Alles was im Haus ist)
??
Grüße
jÖrg
p.s. ganz wichtig ist noch, dass ein RAID bei der ganzen Geschichte mit Datensicherheit absolut gar nichts hilft.
Ein Raid ist KEIN Backup. Aber das ist ein gaanz anderes Thema (irgendwo geistert hier noch ein Thread rum in dem ich mal was dazu geschrieben hatte)