Objektivtest im Urlaub - Erfahrungen
Verfasst: Mittwoch 14. Mai 2014, 13:59
Hallo,
glücklich und wieder nüchtern bin ich von Islay zurück. Natürlich war auch die G3 und 4 Objektive mit dabei. Wenn auch das Display nach der Landung in Glasgow nicht mehr wollte ...
Die Umstände waren vielleicht typisch für viele Urlaube: viel Landschaft, Tageslicht, Nachts und Innenräume diverser Größen (hier Whisky-Distillen).
Dabei waren das 14-42, 45-150, 12mm SLRM und das 20er. In so geballtem Einsatz unter ständigem Wechsel direkt hintereinander hatte ich die noch nie benutzt.
Am Tag hatte ich immer das Kit drauf und habe ab und an (ca. 10% der Bilder) auf das 150er gewechselt. Das war oft nervig. Objektivwechsel an der See etc.
Problem: die 45 sind oft zu lang um mit dem Tele andere Photos machen zu können. Hier wäre ein 35-100 sicher besser gewesen. Oder gleich ein 14-140.
Die Kombination 14-42 / 45-150 erforderte häufige Objektivwechsel. Die 14 mm waren für vieles ausreichend. Nur selten habe ich am Tag auf das 12er gewechselt. Kürzere Brennweiten habe ich nicht vermisst.
In den Distillen habe ich das 12er benutzt. Meist bei Blende 2.0 oder weniger. (ab Blende 2.0 wird es deutlich besser als bei 1.6). Positiv waren der extremere Weitwinkel der gerade so ausgereicht hat. Und das 7-14 hätte es von der Lichtstärke nicht gepackt. Nachteilig der fehlende Autofokus. Gut, um gezielt Fokus zu setzen und mit Unschärfe zu arbeiten. Schlecht für Schnappschüsse, die nicht alle optimal wurden. Ein Olympus 12/2.0 wäre besser gewesen. Wegen Autofokus.
Nervig: ganz hohe und ganz tiefe Standpunkte ohne Display ... ;-(
Das 20er war immer in der Jackentasche und wurde bei ca. 20% der Innenaufnahmen benutzt.
Ein 15/1.7 hätte nicht viel genützt. Da oft zu lang. Und dann wäre auch das 20er gegangen. Ob ich mir das 15er hole steht in den Sternen.
Eventuell wäre ein 12-35/2.8 die beste Wahl gewesen. Die eine Blende hätte man vermutlich verschmerzen können. Also die Kombi 12-35/35-100. Denn ein 14-140 erforderte immer noch ein 12/2.0.
Am Abend war das 20er das Immerdrauf. Nachtaufnahmen von Bowmore aus der Hand!
Alle Objekitve waren in der Lage, scharfe knackige Bilder zu liefern. Das 150er allerdings nur bis ca. 100. Danach wird es weich. Wobei die Motive auch weit weg in trüber Luft waren.
Nachschärfen - bis auch die Standard 25% in ACR - kaum nötig. Oder wenn dann gezielt auf einzelne Objekte. Oder halt Wolken mit großem Radius um in einen grauen Himmel noch Struktur hinein zu bekommen.
Das 12er SLRM neigt stark zum purple Fridging an harten Kanten.
Meist habe ich bei Blende 4 bis 5.6 photographiert. Alle Objektive sind da am besten. Was sich auch in fast durchgängig scharfen Bildern zeigt. Das 12er SLRM wird bei 2.0 oder gar Offenblende weicher, das 20er auch ein wenig.
Vom Charakter her mag ich das 12er SLRM einfach. Von der Bedienung und von den Bildern, die irgendwie cinematischer werden. Leider kann man damit die Kamera nicht an andere übergeben.
Alle Objektive - ausser eventuell das 20er, da ist mir nichts aufgefallen, allerdings kam es meist im dunklen zum Einsatz - vignettieren u.U. sichtbar. Das 45-150 stark bei längeren Brennweiten. Das Kit immer noch mehr als das offene 12mm SLRM.
Zum Belichten:
Bei fast allen Bildern (ca. 80% - 90%) war Raw-Format existenziell. Die Kontraste sind sehr hoch. In Innenräumen Lichter und Fenster versus Rest und aussen Himmel und Erde. Tiefen musste ich fast immer abheben, Lichter absenken. Bei trüben Wetter kann man problemlos 1 Blende überbelichten um Rauschen im Schatten zu vermindern. Die Bilder wirken in der Voransicht dann zwar überbelichtet, aber dass kann man in ACR absenken. ISO 200 bietet genug Reserven. Nur bei wenigen Photos war ETTR Mist, da Himmel schon geclippt. Trotzdem komisch: bei direkten Vergleich richtig belichtet und nach rechts belichtet sieht auch nach der Bearbeitung das unterbelichtet besser aus. Irgendwie knackiger, filmartiger. Aber halt auch deutlich rauschiger. Fan von ETTR bin ich daher immer noch nicht wirklich ...
Das Gegenteil in Innenräumen und nachts: hier besser 1 Blende unterbelichten und die Lichter haben noch Struktur. "richtig" belichtet clippen Lichter und Highlights - besonders bei ISO 1600 - zu schnell.
Vermisst habe ich ein Graufilter um am Meer auch am hellichten Tag Belichtungszeiten von < 1/50s realsieren zu können.
Infrarot - den Filter hatte ich versehentlich dabei - gehen mit dem Kit 14-42 überhaupt nicht! Das ist für IR einfach Mist. Zu dunkel und fleckiges Bild.
Die Kamera ist auch mal runtergefallen. UV-Filter kaputt. Man kann jetzt argumentieren "gut, dass der drauf war, sonst wäre jetzt das Objektiv kaputt" oder aber auch "wäre, er nicht drauf gewesen, wäre gar nichts kaputt gewesen". Man weiss es nicht ... UV-Filter auf dem 20er sind Mist. Ich benutzte das wie einen schraubbaren Objektivdeckel. Auch nicht optimal.
Was ich ganz stark gemerkt habe: das Bild wird vom Objektiv (und dessen gezielter Auswahl) gemacht!
Photos folgen nächste Woche oder so. Interessante Quote: von ca. 600 Bildern sind 450 als gut befunden worden ...
Die Frage, die sich stellt, ist nach der optimalen Objektivauswahl. Meine erforderten zu häufige Wechsel.
14-140? Erfordert aber zusätzlich beide lichtstärkere Objektive. Erspart aber Wechseln am Tag. (bei Regen und am Meer)
12-35 / 35-100 könnte die ideale Kombination sein. Weitwinklig genug. Lichtstärke gerade so mit Augenzudrücken. Und auch wenn das Tele drauf ist, kann die 35mm als "Normalobjektiv" benutzt werden. Also weniger gewechselt werden. Man kann das Tele auch mal "immerdrauf" lassen. Ein 12-35/1.8 wäre die Traumlinse. Ein Sigma 18-35/f1.8 mit Speedbooster käme dem etwas nahe. (wäre dann ein 12-25/f1.4)
Traumobjektiv: 12-120 / f1.4 - f4.0. Wenn das ne Bridge mit µFT-Sensor und Raw könnte ...
glücklich und wieder nüchtern bin ich von Islay zurück. Natürlich war auch die G3 und 4 Objektive mit dabei. Wenn auch das Display nach der Landung in Glasgow nicht mehr wollte ...
Die Umstände waren vielleicht typisch für viele Urlaube: viel Landschaft, Tageslicht, Nachts und Innenräume diverser Größen (hier Whisky-Distillen).
Dabei waren das 14-42, 45-150, 12mm SLRM und das 20er. In so geballtem Einsatz unter ständigem Wechsel direkt hintereinander hatte ich die noch nie benutzt.
Am Tag hatte ich immer das Kit drauf und habe ab und an (ca. 10% der Bilder) auf das 150er gewechselt. Das war oft nervig. Objektivwechsel an der See etc.
Problem: die 45 sind oft zu lang um mit dem Tele andere Photos machen zu können. Hier wäre ein 35-100 sicher besser gewesen. Oder gleich ein 14-140.
Die Kombination 14-42 / 45-150 erforderte häufige Objektivwechsel. Die 14 mm waren für vieles ausreichend. Nur selten habe ich am Tag auf das 12er gewechselt. Kürzere Brennweiten habe ich nicht vermisst.
In den Distillen habe ich das 12er benutzt. Meist bei Blende 2.0 oder weniger. (ab Blende 2.0 wird es deutlich besser als bei 1.6). Positiv waren der extremere Weitwinkel der gerade so ausgereicht hat. Und das 7-14 hätte es von der Lichtstärke nicht gepackt. Nachteilig der fehlende Autofokus. Gut, um gezielt Fokus zu setzen und mit Unschärfe zu arbeiten. Schlecht für Schnappschüsse, die nicht alle optimal wurden. Ein Olympus 12/2.0 wäre besser gewesen. Wegen Autofokus.
Nervig: ganz hohe und ganz tiefe Standpunkte ohne Display ... ;-(
Das 20er war immer in der Jackentasche und wurde bei ca. 20% der Innenaufnahmen benutzt.
Ein 15/1.7 hätte nicht viel genützt. Da oft zu lang. Und dann wäre auch das 20er gegangen. Ob ich mir das 15er hole steht in den Sternen.
Eventuell wäre ein 12-35/2.8 die beste Wahl gewesen. Die eine Blende hätte man vermutlich verschmerzen können. Also die Kombi 12-35/35-100. Denn ein 14-140 erforderte immer noch ein 12/2.0.
Am Abend war das 20er das Immerdrauf. Nachtaufnahmen von Bowmore aus der Hand!
Alle Objekitve waren in der Lage, scharfe knackige Bilder zu liefern. Das 150er allerdings nur bis ca. 100. Danach wird es weich. Wobei die Motive auch weit weg in trüber Luft waren.
Nachschärfen - bis auch die Standard 25% in ACR - kaum nötig. Oder wenn dann gezielt auf einzelne Objekte. Oder halt Wolken mit großem Radius um in einen grauen Himmel noch Struktur hinein zu bekommen.
Das 12er SLRM neigt stark zum purple Fridging an harten Kanten.
Meist habe ich bei Blende 4 bis 5.6 photographiert. Alle Objektive sind da am besten. Was sich auch in fast durchgängig scharfen Bildern zeigt. Das 12er SLRM wird bei 2.0 oder gar Offenblende weicher, das 20er auch ein wenig.
Vom Charakter her mag ich das 12er SLRM einfach. Von der Bedienung und von den Bildern, die irgendwie cinematischer werden. Leider kann man damit die Kamera nicht an andere übergeben.
Alle Objektive - ausser eventuell das 20er, da ist mir nichts aufgefallen, allerdings kam es meist im dunklen zum Einsatz - vignettieren u.U. sichtbar. Das 45-150 stark bei längeren Brennweiten. Das Kit immer noch mehr als das offene 12mm SLRM.
Zum Belichten:
Bei fast allen Bildern (ca. 80% - 90%) war Raw-Format existenziell. Die Kontraste sind sehr hoch. In Innenräumen Lichter und Fenster versus Rest und aussen Himmel und Erde. Tiefen musste ich fast immer abheben, Lichter absenken. Bei trüben Wetter kann man problemlos 1 Blende überbelichten um Rauschen im Schatten zu vermindern. Die Bilder wirken in der Voransicht dann zwar überbelichtet, aber dass kann man in ACR absenken. ISO 200 bietet genug Reserven. Nur bei wenigen Photos war ETTR Mist, da Himmel schon geclippt. Trotzdem komisch: bei direkten Vergleich richtig belichtet und nach rechts belichtet sieht auch nach der Bearbeitung das unterbelichtet besser aus. Irgendwie knackiger, filmartiger. Aber halt auch deutlich rauschiger. Fan von ETTR bin ich daher immer noch nicht wirklich ...
Das Gegenteil in Innenräumen und nachts: hier besser 1 Blende unterbelichten und die Lichter haben noch Struktur. "richtig" belichtet clippen Lichter und Highlights - besonders bei ISO 1600 - zu schnell.
Vermisst habe ich ein Graufilter um am Meer auch am hellichten Tag Belichtungszeiten von < 1/50s realsieren zu können.
Infrarot - den Filter hatte ich versehentlich dabei - gehen mit dem Kit 14-42 überhaupt nicht! Das ist für IR einfach Mist. Zu dunkel und fleckiges Bild.
Die Kamera ist auch mal runtergefallen. UV-Filter kaputt. Man kann jetzt argumentieren "gut, dass der drauf war, sonst wäre jetzt das Objektiv kaputt" oder aber auch "wäre, er nicht drauf gewesen, wäre gar nichts kaputt gewesen". Man weiss es nicht ... UV-Filter auf dem 20er sind Mist. Ich benutzte das wie einen schraubbaren Objektivdeckel. Auch nicht optimal.
Was ich ganz stark gemerkt habe: das Bild wird vom Objektiv (und dessen gezielter Auswahl) gemacht!
Photos folgen nächste Woche oder so. Interessante Quote: von ca. 600 Bildern sind 450 als gut befunden worden ...
Die Frage, die sich stellt, ist nach der optimalen Objektivauswahl. Meine erforderten zu häufige Wechsel.
14-140? Erfordert aber zusätzlich beide lichtstärkere Objektive. Erspart aber Wechseln am Tag. (bei Regen und am Meer)
12-35 / 35-100 könnte die ideale Kombination sein. Weitwinklig genug. Lichtstärke gerade so mit Augenzudrücken. Und auch wenn das Tele drauf ist, kann die 35mm als "Normalobjektiv" benutzt werden. Also weniger gewechselt werden. Man kann das Tele auch mal "immerdrauf" lassen. Ein 12-35/1.8 wäre die Traumlinse. Ein Sigma 18-35/f1.8 mit Speedbooster käme dem etwas nahe. (wäre dann ein 12-25/f1.4)
Traumobjektiv: 12-120 / f1.4 - f4.0. Wenn das ne Bridge mit µFT-Sensor und Raw könnte ...