Workflow mit RAW und JPEG

Alles rund um Hard- und Software, die man zur Bildbearbeitung benötigt.
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lillilu
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Re: Workflow mit RAW und JPEG

Beitrag von lillilu » Dienstag 17. September 2013, 08:58

Danke schön für die Information in diesem Thread! Da ich auch gerade ernsthaft anfangen möchte, mich mit RAW-Bearbeitung zu beschäftigen, aber die Riesen-Dateien mich ein bisschen abschrecken, habe ich hier schon einiges dazu gelernt.
Liebe Grüße
Petra

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Biggi 61
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Re: Workflow mit RAW und JPEG

Beitrag von Biggi 61 » Dienstag 17. September 2013, 17:48

Lenno hat geschrieben:Ein JPG verwendet man ja dann gerne wenn man Speicherplatz sparen möchte.

Deßhalb schlage ich dir einen anderen Weg vor. Wandle deine Raws in DNG um. Wenn du dir sicher bist das du an diesem DNG (digitales Negativ) nichts mehr bearbeiten möchtest, kann man das DNG komprimiert abspeichern, also nahezu auf JPG Größe, das spart Speicherplatz, du hättest aber weiterhin den Vorteil eines RAW Bildes.
Denn bei JPG verhält es sich so, jedesmal wenn ein JPG geöffnet und wieder gespeichert wird, findet eine Komprimierung statt, das heißt dein JPG wird von mal zu mal immer schlechter in der Qualität. Deßhalb ist JPG eigentlich kein gutes Format zum Archivieren von Bildern.

Deßhalb mein Rat: DNG mehr Infos dazu hier: http://www.adobe.com/de/products/photos ... yTab2.html" onclick="window.open(this.href);return false;" onclick="window.open(this.href);return false;" onclick="window.open(this.href);return false;

In DNG umwandeln kann man zum einen mit Adobes eigenen kostenlosen DNG Konverter oder aber z.B. innerhalb von Lightroom.
David, ich bin erschüttert, entsetzt, verwirrt (das so wie so immer) und ich weiß nicht, was sonst noch!
Vor Jahren, als ich das ähnliche Thema bei der gespeicherten Musik hatte, hat man mich ausgelacht und jetzt das bei den Bildern.
Das bedeutet doch aber, wenn ich ein Bild bearbeite oder nur zeigen will, wird es in JPG gespeichert. Da ich meine Bilder zusätzlich auf einer externen Platte speicher und bei Bedarf wieder herunter ziehe, würde sich die Qualität verschlechtern, oder?
Mir ist es ziemlich egal, wie groß die Datei ist, da Speicherplatz nicht mehr so teuer wie damals ist.
Ja, ich kann mich noch an "Damals" erinnern. :lol:
Das wirft doch wieder die Frage auf, wie man am Besten seine Daten archiviert.
Verwirrte Grüße
Brigitte
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Lenno

Re: Workflow mit RAW und JPEG

Beitrag von Lenno » Dienstag 17. September 2013, 18:03

Wenn du deine Originaldaten kopierst und die Kopie öffnest und bearbeitest dann passiert doch deinen Originalen nichts.
Aber meist ist es doch so, man vergißt es oder ist zu faul eine Kopie zu machen, öffnet die Datei und macht eine Kleinigkeit,
speichert es und schwupps hat man das erste mal eine Verschlechterung usw.
Wenn du konsequent den Weg gehst und nur die Kopien bearbeitest kannst du gerne JPG verwenden.

Aus Sicht der Raw Dateien würde ich diese im Moment in DNG umwandeln um aus heutiger Sicht die größtmögliche Sicherheit zu haben,
auch diese noch nach Jahren öffnen zu können. Denn wie man sieht ist, hat jedes neues Kameramodell eine andere Rawfassung.
Da kann man dann nicht so sehr sicher sein das man diese in zig Jahren noch öffnen, DNG ist da zumindest ein Ansatz die das Bestreben hat
diese zu Gewährleisten, natürlich gibt es auch hier keine Garantie, wer weiß was in ein paar Jahren für ein Dateiformat kommt.

Valentino

Re: Workflow mit RAW und JPEG

Beitrag von Valentino » Dienstag 17. September 2013, 18:21

Ich sehe bei der Verwendung der RAW Dateien einen ganz anderen Faktor. Ich kann zwar verschiedene Vorteile nutzen. Ich muss sie aber auch entwickeln, was immer Zeit kostet.

Auch per automatisierter Einzelbegutachtung durch das Programm ist nicht gewährleistet dass sie besser sind als die Kamera jpgs.

Lenno

Re: Workflow mit RAW und JPEG

Beitrag von Lenno » Dienstag 17. September 2013, 19:03

Auch die Raws sind natürlich immer nur so gut wie man sie fotografiert hat, sie verzeihen aber mal den ein oder anderen Fehler
wie z.B falscher Weißabgleich, (in Grenzen) zu hell belichtet, da läßt sich bei Raw doch noch einiges mit der Wiederherstellung der Lichter
etwas retten. Von Vorteil sehe ich auch das ich selber bestimmen kann, was und wieviel geschärft und entrauscht wird.
Einen Zeitaufwand gibt es natürlich, aber gerade das macht mir unheimlich Spass, da ich das Foto nicht so sehr ab Aufnahme gestalte,
sondern lieber gerne ein Bild entwickle wie ich es sehe und haben möchte (einer der Stärken der Digitalfotografie), das hat meistens mit der Realität nichts mehr gemeinsam.

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Der GImperator
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Re: Workflow mit RAW und JPEG

Beitrag von Der GImperator » Dienstag 17. September 2013, 19:24

Jo, so wie Lenno sehe ich das auch (Überraschung, Überraschung :P ;) ).
Deshalb nur selektive RAW-Fotografie (die jpgs tuns ja i.d.R auch), WEIL ich genau weiß, daß dann noch Arbeit auf mich zukommt und ich der auch entsprechend Zeit und Muse widmen möchte.
Ein RAW nach eigenem Konzept entwickeln doch ist ne feine Sache. Das kann dann möglichst realitätsgetreu sein, oder- und jetzt wirds n bissl meta-mäßig philosophisch :P - "Bereiche" oder "Aspekte" oder "Verhältnisse einzelner Elemente zueinander" in einer Abbildung (=das Foto) authentisch oder anderweitig attraktiv darstellen. Und das ganze folgt dann einer individuellen Idee und soll am Ende einfach foto- und homogen entwickelt ausschauen (-> in sich stimmig und "rund").
Ausschließlich RAW, speziell nach so echten Fotoausflugstagen, da würde ich mich mit meinem Ansatz wohl zielstrebig ins Koma entwickeln :P
G9_G70_FZ150_Samyang 7.5mm f3.5_Oly m.zuiko 7-14mm f2.8_Oly m.zuiko 12-40mm f2.8_Pana 14-140 f3.5-5.6_Pana 42.5 f1.7_Panaleica 50-200mm f2.8-4
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Re: Workflow mit RAW und JPEG

Beitrag von soeldi » Dienstag 17. September 2013, 19:47

Hallo,

ich hab jetzt mal wahllos Ausschnitte aus Bildern gemacht (links immer das JPEG, rechts das RAW). Ich habe einfach jeweils beide Bilder mit Picasa exportiert, ich denke dabei wird das RAW nicht "entwickelt", sondern das eingebettete Jpeg rausgeschrieben.
6.jpg
6.jpg (58.85 KiB) 1188 mal betrachtet
4.jpg
4.jpg (39.64 KiB) 1188 mal betrachtet
3.jpg
3.jpg (70.47 KiB) 1188 mal betrachtet
Ich finde, vor allem der Dynamikumfang ist rechts immer höher. Die Wolkenzeichnung, die im RAW enthalten ist, bekommt man aus den Jpegs auch mit Bildbearbeitung nicht mehr hin, denke ich.
Viele Grüße
Wolfgang
______________________________________
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Re: Workflow mit RAW und JPEG

Beitrag von Biggi 61 » Dienstag 17. September 2013, 20:28

Da ich in JPG und RAW fotografiere ist es mir auch schon aufgefallen, dass JPG (ich möchte es mal so sagen) weicher ist. Es ist aber auch schon vorgekommen, dass ich dem JPG den Vorzug vor dem RAW gegeben habe.
Ja, man kann das RAW auch so bearbeiten, dass es wie ein JPG aussieht. Man! Ich noch nicht!
Allerdings, wenn ich Bilder bearbeite mache ich es meistens so, dass ich die Schritte extra abspeicher. Denn wenn ich es besser kann, werde ich mich später bestimmt darüber amüsieren.
Ich muss aber immer dazu sagen, dass ich keine Sorge wegen dem Speicher habe!
@ David: mit dem DNG wirst du zurzeit evtl. Recht haben.
Die Vergangenheit zeigte, dass das Beste nicht immer auf dem Markt bestehen bleibt.
Kann sich jemand noch an die Anfänge von den Video-Rekordern erinnern?
Video 2000 war wohl DAS System und nachher wurde es VHS und es war nachher auch nicht so einfach, die Bänder um zu kopieren.
Wenn ich jetzt alle Bilder in DNG umwandel, dann ist doch da schon ein Verlust gegenüber RAW, wenn ich es richtig verstanden habe, da diese Datei das Bild komprimiert.
Zurzeit bin ich fast der Meinung, dass man das fertige Bild wohl unter mehreren Dateien (falsches Wort, ich komme nicht da drauf), also unter JPG, DNG, Tiff(?) abspeichert, damit man später hoffentlich immer zugriff darauf hat.
Oder man hofft, dass man kurz vor "Toresschluss" noch umwandeln kann. Dafür braucht man dann aber mindestens seinen Jahresurlaub. ;)
LG
Brigitte
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Re: Workflow mit RAW und JPEG

Beitrag von Der GImperator » Dienstag 17. September 2013, 20:44

Biggi 61 hat geschrieben: Oder man hofft, dass man kurz vor "Toresschluss" noch umwandeln kann. Dafür braucht man dann aber mindestens seinen Jahresurlaub. ;)
LG
Brigitte
Na, solange du mit einem Bearb.Prog arbeitest, welches z.B. tiff öffnen und verarbeiten kann, dann gibts ja gar keinen Anlaß zu Torschlußpanikattacken.
Ansonsten sag ich bloß- wir (in ner Fotocommunity Aktiven), bekommen die Entwicklungen auf dem Bildformatsektor sicher alle zeitnah mit.
Außerdem- man kann seine alten C64-Spiele auch heute noch/wieder auf seinem niegelnagelneuen Quad Core zocken, von wegen Zeit frisst die Kompatibilität; ich seh da also keinen Anlaß zum Grübeln.
Alles andere ist individueller Qualitätswunschstandard (realistisch wie auch teils eingebildet) und welche Einstellung und Festplattensituation man beim Thema "30mb tiff-Monster oder maximal 3mb/Pic archivieren" hat.
G9_G70_FZ150_Samyang 7.5mm f3.5_Oly m.zuiko 7-14mm f2.8_Oly m.zuiko 12-40mm f2.8_Pana 14-140 f3.5-5.6_Pana 42.5 f1.7_Panaleica 50-200mm f2.8-4
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Re: Workflow mit RAW und JPEG

Beitrag von Lenno » Dienstag 17. September 2013, 22:01

Hallo Brigitte,
Wenn ich jetzt alle Bilder in DNG umwandel, dann ist doch da schon ein Verlust gegenüber RAW, wenn ich es richtig verstanden habe, da diese Datei das Bild komprimiert.
Es ist dann eine verlustreiche Komprimierung vorhanden, wenn du diese Komprimierung einstellst.
Ansonsten bleibt das Raw ein Raw und es ist sogar möglich das Original Raw in das DNG mit einzubetten.
Man kann dann also später aus diesem DNG die Original Raw Datei RW2 wieder herstellen.
Die DNG wird dann natürlich größer in der Dateigröße da sie nicht nur die DNG sondern auch das Original beinhaltet.

Das DNG komprimieren bietet sich dann an, wenn es fertig entwickelt und bearbeitet wurde und man sich sicher ist das man nichts mehr verändern möchte.
Dieser Vorgang ist dann natürlich verlustbehaftet, soll heißen die vollen Bildinformationen die vorhanden waren werden beschnitten. Kleinere Bearbeitungen sind
aber weiterhin möglich ohne das sie groß die Qualität beeinflussen würden. Die gröbere Bearbeitung sollte dann halt schon vorher geschehen sein, z.B. Lichter Wiederherstellung und Schattenaufhellung.

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emeise
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Re: Workflow mit RAW und JPEG

Beitrag von emeise » Dienstag 17. September 2013, 23:23

soeldi hat geschrieben:Hallo, ...

Ich finde, vor allem der Dynamikumfang ist rechts immer höher. Die Wolkenzeichnung, die im RAW enthalten ist, bekommt man aus den Jpegs auch mit Bildbearbeitung nicht mehr hin, denke ich.
- bißchen was geht immer. In PS rumgespielt.
Jedenfalls ist in den Wolken noch Information gewesen ( linke Seite, jpg ).
Wolken.jpg
Wolken.jpg (144.27 KiB) 1155 mal betrachtet
FZ1K, TZ101, EOS 600D, GX7, G9, E-M5 m II / 12-40 und 7-14mm 2.8 Pro
Wenn ich all mein Equipment aufzähle, ist die Seite vollgemüllt.

keep it simple
Grüßle, Dieter

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Re: Workflow mit RAW und JPEG

Beitrag von panne » Samstag 21. September 2013, 20:40

soeldi hat geschrieben:Hallo,

ich hab jetzt mal wahllos Ausschnitte aus Bildern gemacht (links immer das JPEG, rechts das RAW). Ich habe einfach jeweils beide Bilder mit Picasa exportiert, ich denke dabei wird das RAW nicht "entwickelt", sondern das eingebettete Jpeg rausgeschrieben.
6.jpg
4.jpg
3.jpg
Ich finde, vor allem der Dynamikumfang ist rechts immer höher. Die Wolkenzeichnung, die im RAW enthalten ist, bekommt man aus den Jpegs auch mit Bildbearbeitung nicht mehr hin, denke ich.
Hier werden Äpfel mit erheblich kleineren Äpfeln verglichen. Die Auflösung des im RAW-File eingebetteten JPEGs ist deutlich niedriger, was auch erklärt, warum die OOC JPEGs auf der linken Seite weitaus detailreicher sind. Wo hier ein Vorteil für das eingebettete JPEG zu sehen ist erschließt sich mir nicht.

Gruß
panne
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Re: Workflow mit RAW und JPEG

Beitrag von soeldi » Dienstag 24. September 2013, 08:04

Ich hab ja nicht gesagt, dass die eingebetteten Jpeg besser sind als die OOC Jpegs! Ich sage nur, dass diese erahnen lassen, dass oft mehr in den Bildern steckt, als das OOC Jpeg rausholt. Und darauf würde ich nicht verzichten wollen.
Ich mache es jetzt (vorerst) so:
1. Kopieren aller RAWS in einen Ordner "RAW".
2. "Schnellentwickeln" ohne großen individuellen Aufwand mit Capture One. Speichern aller Jpegs in einen Ordner "RAW entwickelt".
3. Von diesem Ordner lasse ich die Jpegs von Picasa "abholen", d.h. die Bilder werden in meinem endgültigen Bilderordner mit Datums-Unterordnern abgelegt und der Ordner "RAW entwickelt" wieder gelöscht.
4. Einzelne Bilder, die es mir Wert sind, bearbeite ich dann intensiver im RAW-Konverter.

Wenn ich mal eine größere und schnellere SD-Karte habe, spare ich mir vielleicht das "Schnellentwickeln" und nehme direkt die Jpegs, aber mit meiner aktuellen Karte dauert mir das parallele Aufnehmen beider Formate zu lange.
Viele Grüße
Wolfgang
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