Leica M Objektive an mFT und deren Lichtstärke
- Helmut aus Köln
- Beiträge: 89
- Registriert: Sonntag 15. Januar 2012, 18:37
Leica M Objektive an mFT und deren Lichtstärke
Da ich ein paar lichtstarke M-Objektive habe, will ich die per Novoflex Adapterring an meiner zukünftigen GX1 verwenden.
Ich hab mich schon gefreut. Aus z.B. einem 2.0/ 90 mm Summicron M wird ein lichtstarkes 180mm Objektiv. Natürlich dachte ich es bleibt bei der Lichtstärke 2.0.
Rechnerisch muss bei gleicher Apertur und doppelter Brennweite die Lichtstärke aber um den Faktor 2 abnehmen. Und anschaulich gesehen landet ja bei einem für 24X36 mm Filmformatgröße ausgelegtem Objektiv gegenüber dem mFT 3/4 des Abbilds neben dem Sensor. Der Adapterring sorgt ja nur dafür, dass die Differenz zur Focusebene des alten Systems ausgeglichen wird.
Also wird aus dem 2.0/ 90 mm ein 4.0/ 180mm Objektiv an mFT, oderrrr? Habe ich einen Denkfehler begangen, oder liege ich richtig??
Vielleicht lasse ich dann die Sache mit dem Adapterring, spare die 150 EUR und kaufe mir gleich passende mFT Objektive. So schlecht sieht dann deren Lichtstärke auch nicht mehr aus.
Gruß Helmut
Ich hab mich schon gefreut. Aus z.B. einem 2.0/ 90 mm Summicron M wird ein lichtstarkes 180mm Objektiv. Natürlich dachte ich es bleibt bei der Lichtstärke 2.0.
Rechnerisch muss bei gleicher Apertur und doppelter Brennweite die Lichtstärke aber um den Faktor 2 abnehmen. Und anschaulich gesehen landet ja bei einem für 24X36 mm Filmformatgröße ausgelegtem Objektiv gegenüber dem mFT 3/4 des Abbilds neben dem Sensor. Der Adapterring sorgt ja nur dafür, dass die Differenz zur Focusebene des alten Systems ausgeglichen wird.
Also wird aus dem 2.0/ 90 mm ein 4.0/ 180mm Objektiv an mFT, oderrrr? Habe ich einen Denkfehler begangen, oder liege ich richtig??
Vielleicht lasse ich dann die Sache mit dem Adapterring, spare die 150 EUR und kaufe mir gleich passende mFT Objektive. So schlecht sieht dann deren Lichtstärke auch nicht mehr aus.
Gruß Helmut
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Jenso
Re: Leica M Objektive an mFT und deren Lichtstärke
Denkfehler!
Dein 90er Summicron bleibt was es ist. Es ändert sich durch den Adapter nichts am Objektiv – das wäre ja auch seltsam…
Also bleibt das Objektiv so lichtstark, wie es schon immer war. Blende 2.
Was sich ändert, ist der Bildwinkel, den Du nutzt. Der wirkt (!) so, wie Du vom KB-Format her ein 180er Tele kennst. Der kleine Sensor schneidet ein kleines Stück aus dem großen Bildfeld des Kleinbild-„Voll“formates heraus.
Es ist eine ganz doofe Konvention, immer wieder auf dem vermeintlichen Verlängerungsfaktor herumzureiten, das irritiert nur. Außerdem dürften die Menschen, die Kleinbilddaten verinnerlicht haben, aus biologischen Gründen langsam aber sicher verschwinden…
Es handelt sich nur um den Crop-Faktor, also das Maß, in welchem aus einem größeren Bild(feld) ein kleineres herausgenommen wird.
Der gute alte Standardsatz zum Schluß: auch bei der analogen Fotografie war nicht jedes 50mm ein Normalobjektiv: im Mittelformat war das eine Weitwinkelbrennweite und im Halbformat schon ein Portrait-Tele…
Dein 90er Summicron bleibt was es ist. Es ändert sich durch den Adapter nichts am Objektiv – das wäre ja auch seltsam…
Also bleibt das Objektiv so lichtstark, wie es schon immer war. Blende 2.
Was sich ändert, ist der Bildwinkel, den Du nutzt. Der wirkt (!) so, wie Du vom KB-Format her ein 180er Tele kennst. Der kleine Sensor schneidet ein kleines Stück aus dem großen Bildfeld des Kleinbild-„Voll“formates heraus.
Es ist eine ganz doofe Konvention, immer wieder auf dem vermeintlichen Verlängerungsfaktor herumzureiten, das irritiert nur. Außerdem dürften die Menschen, die Kleinbilddaten verinnerlicht haben, aus biologischen Gründen langsam aber sicher verschwinden…
Es handelt sich nur um den Crop-Faktor, also das Maß, in welchem aus einem größeren Bild(feld) ein kleineres herausgenommen wird.
Der gute alte Standardsatz zum Schluß: auch bei der analogen Fotografie war nicht jedes 50mm ein Normalobjektiv: im Mittelformat war das eine Weitwinkelbrennweite und im Halbformat schon ein Portrait-Tele…
Zuletzt geändert von Jenso am Mittwoch 18. Januar 2012, 18:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Lenno
Re: Leica M Objektive an mFT und deren Lichtstärke
Warum sollte sich denn die Lichtstärke des KB-Objektives angeschlossen an einer MFT ändern? Auch die Brennweite des KB-Objektives ändert sich nicht. Die Brennweite ändert sich nur scheinbar, weil du mit deinem kleineren MFT-Sensor einen Ausschnitt machst der dann auf dem Foto einer längeren Brennweite gleichkommt. Wie die Lichtstärke Von KB-Objektiven generell auf MFT übertragen wird, das weiß ich leider nicht.
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Jenso
Re: Leica M Objektive an mFT und deren Lichtstärke
Nachsatz: die Sache hat, wie alles, auch praktisch gesehen ihre zwei Seiten.
Für Teleobjektive sieht das alles ganz erfreulich aus: man nutzt ein mittleres Kleinbild-Objektiv und nutzt dessen schöne Vergrößerungsleistung (Faktor 2 gegenüber KB). Plötzlich hat man quasi eine „lange Tüte“ zur Verfügung.
Leider kommt das dicke Ende beim Weitwinkel zum Vorschein: was bisher ein Superweitwinkel war (Angulon 21, beispielsweise) wirkt jetzt nur noch wie ein Fast-Normalobjektiv.
Um beim Weitwinkel, also unterhalb des „Normal“-Brennweitenbereiches zu landen, muß das Objektiv bei mFT eine Brennweite von deutlich weniger als 22 mm aufweisen. Da wird es also nichts, mit der Verwendung des alten Geräteparks…
Für Teleobjektive sieht das alles ganz erfreulich aus: man nutzt ein mittleres Kleinbild-Objektiv und nutzt dessen schöne Vergrößerungsleistung (Faktor 2 gegenüber KB). Plötzlich hat man quasi eine „lange Tüte“ zur Verfügung.
Leider kommt das dicke Ende beim Weitwinkel zum Vorschein: was bisher ein Superweitwinkel war (Angulon 21, beispielsweise) wirkt jetzt nur noch wie ein Fast-Normalobjektiv.
Um beim Weitwinkel, also unterhalb des „Normal“-Brennweitenbereiches zu landen, muß das Objektiv bei mFT eine Brennweite von deutlich weniger als 22 mm aufweisen. Da wird es also nichts, mit der Verwendung des alten Geräteparks…
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Lenno
Re: Leica M Objektive an mFT und deren Lichtstärke
Da haben wir mal wieder gleichzeitig reingeschrieben,was?
- Helmut aus Köln
- Beiträge: 89
- Registriert: Sonntag 15. Januar 2012, 18:37
Re: Leica M Objektive an mFT und deren Lichtstärke
Nun gut, die Ausführungen haben mich zwar beruhigt, aber noch nicht völlig überzeugt.
Lassen wir das mit dem Wandel vom 90iger zum 180iger!
Klar, der Effekt der längeren wirkenden Brennweite kommt nur durch den Ausschnitt zustande, den der mFT Sensor verwendet. Das ist ein viertel des Vollformatsensors.
Damit gelangt aber doch nur ein viertel des über die Aperturfläche in das Objektiv eingetreten Lichts auf den mFT Sensor.
Ein für den mFT Sensor gebautes Objektiv, bei dem alles Licht der Aperturfläche auf dem mFT Sensor landet, könnte damit doch eine um den Faktor 4 kleinere Aperturfläche besitzen, um das gleiche Licht auf den Sensor fallen zu lassen, wie das Leica Objektiv. Dieses mFT Objektiv hätte dann die Bezeichnung 4/90mm.
Damit wäre ein für die Ausleuchtung eines Vollformatsensors gebautes Objektiv gleichwertig zu einem für die Ausleuchtung eines mFT Sensors welches 2 Blenden niedriger bei der Lichtstärke ist. Das war meine Überlegung. Das würde bedeuten, dass man von guten und lichtstarken Objektiven für 35mm Film Systeme, nicht so viel hat wie man eigentlich von den Zahlen die drauf stehen erwarten würde.
Ich hoffe, es ist etwas klarer geworden und nicht noch verwirrender.
Gruß Helmut
Lassen wir das mit dem Wandel vom 90iger zum 180iger!
Klar, der Effekt der längeren wirkenden Brennweite kommt nur durch den Ausschnitt zustande, den der mFT Sensor verwendet. Das ist ein viertel des Vollformatsensors.
Damit gelangt aber doch nur ein viertel des über die Aperturfläche in das Objektiv eingetreten Lichts auf den mFT Sensor.
Ein für den mFT Sensor gebautes Objektiv, bei dem alles Licht der Aperturfläche auf dem mFT Sensor landet, könnte damit doch eine um den Faktor 4 kleinere Aperturfläche besitzen, um das gleiche Licht auf den Sensor fallen zu lassen, wie das Leica Objektiv. Dieses mFT Objektiv hätte dann die Bezeichnung 4/90mm.
Damit wäre ein für die Ausleuchtung eines Vollformatsensors gebautes Objektiv gleichwertig zu einem für die Ausleuchtung eines mFT Sensors welches 2 Blenden niedriger bei der Lichtstärke ist. Das war meine Überlegung. Das würde bedeuten, dass man von guten und lichtstarken Objektiven für 35mm Film Systeme, nicht so viel hat wie man eigentlich von den Zahlen die drauf stehen erwarten würde.
Ich hoffe, es ist etwas klarer geworden und nicht noch verwirrender.
Gruß Helmut
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Lithographin
Re: Leica M Objektive an mFT und deren Lichtstärke
Hallo Helmut !
Du kannst Jens und Lenno ruhig glauben.
Ich habe ein Nikon 50 mm 1.8. Das Teil ist trotz Adapter lichtstark wie immer. Ich habe auch einen direkten Vergleich mit der Nikon FE und F4S gemacht.
Alles bleibt beim alten.
Und so eine alte Linse ist mit einem neuen auch nicht vergleichbar.
Ein sehr schönes Arbeiten, tolle Bildqualität und ich arbeite mit der G3 und dem Nikon noch, da sehe ich sonst keine Kameras mehr.
Gruß, Cristina
Du kannst Jens und Lenno ruhig glauben.
Ich habe ein Nikon 50 mm 1.8. Das Teil ist trotz Adapter lichtstark wie immer. Ich habe auch einen direkten Vergleich mit der Nikon FE und F4S gemacht.
Alles bleibt beim alten.
Und so eine alte Linse ist mit einem neuen auch nicht vergleichbar.
Ein sehr schönes Arbeiten, tolle Bildqualität und ich arbeite mit der G3 und dem Nikon noch, da sehe ich sonst keine Kameras mehr.
Gruß, Cristina
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Jenso
Re: Leica M Objektive an mFT und deren Lichtstärke
Nein, so wird es nichts, Helmut: ein Fußgänger geht mit 6 km/h – sind zwei Spaziergänger dann 12 km/h schnell???
Die Lichtmenge, die Film oder Sensor benötigen, muß man pro Flächenanteil (!) betrachten: auf eine definierte Fläche tritt eine notwendige Menge Lichts um etwas auszulösen (entweder einen elektrischen Impuls oder ein chemische Reaktion). Du könntest ja einen Film zerschnippeln und ein Stückchen in die Mitte der Filmebene legen: es würde genauso belichtet, wie ein vollständiges Negativ.
Nebenbei heißt die Blenden-Öffnung strenggenommen „relative Öffnung“, was auch andeutet, daß hier nicht mit Absolutheiten gedacht werden darf: ein Verhältnis von Brennweite zur Austrittspupille ist (bei einer „Fest“-Brennweite) nicht zu verändern.
Mach es Dir nicht komplizierter als es tatsächlich ist!
Die Lichtmenge, die Film oder Sensor benötigen, muß man pro Flächenanteil (!) betrachten: auf eine definierte Fläche tritt eine notwendige Menge Lichts um etwas auszulösen (entweder einen elektrischen Impuls oder ein chemische Reaktion). Du könntest ja einen Film zerschnippeln und ein Stückchen in die Mitte der Filmebene legen: es würde genauso belichtet, wie ein vollständiges Negativ.
Nebenbei heißt die Blenden-Öffnung strenggenommen „relative Öffnung“, was auch andeutet, daß hier nicht mit Absolutheiten gedacht werden darf: ein Verhältnis von Brennweite zur Austrittspupille ist (bei einer „Fest“-Brennweite) nicht zu verändern.
Mach es Dir nicht komplizierter als es tatsächlich ist!
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WinSoft
Re: Leica M Objektive an mFT und deren Lichtstärke
Brennweite bleibt Brennweite,
egal, an welcher Kamera mit welcher Aufnahmegröße das Objektiv angesetzt wird.
Ebenso bleibt die "Lichtstärke" gleich, denn sie ergibt sich nur aus den festen geometrischen Abmessungen, ihrem Verhältnis von Öffnung zu Brennweite.
Was sich ändert, ist der effektive Bildwinkel.
Dieser effektive Bildwinkel ergibt sich je nach Film/Chipformat. Das Motiv "erscheint" in seiner abgebildeten Größe anders, je nach Chipabmessungen kleiner oder größer.
Man kann sich das so vorstellen:
Man denke sich das Motiv durch das Objektiv auf eine große Wand projiziert.
Nun macht man sich verschieden große Papprahmen und betrachtet das projizierte Bild durch diese Papprahmen.
Einige Rahmen lassen das Bild nur in kleineren Ausschnitten betrachten, andere Rahmen erfassen sogar noch mehr als das Bild.
egal, an welcher Kamera mit welcher Aufnahmegröße das Objektiv angesetzt wird.
Ebenso bleibt die "Lichtstärke" gleich, denn sie ergibt sich nur aus den festen geometrischen Abmessungen, ihrem Verhältnis von Öffnung zu Brennweite.
Was sich ändert, ist der effektive Bildwinkel.
Dieser effektive Bildwinkel ergibt sich je nach Film/Chipformat. Das Motiv "erscheint" in seiner abgebildeten Größe anders, je nach Chipabmessungen kleiner oder größer.
Man kann sich das so vorstellen:
Man denke sich das Motiv durch das Objektiv auf eine große Wand projiziert.
Nun macht man sich verschieden große Papprahmen und betrachtet das projizierte Bild durch diese Papprahmen.
Einige Rahmen lassen das Bild nur in kleineren Ausschnitten betrachten, andere Rahmen erfassen sogar noch mehr als das Bild.
- Helmut aus Köln
- Beiträge: 89
- Registriert: Sonntag 15. Januar 2012, 18:37
Re: Leica M Objektive an mFT und deren Lichtstärke
Gut, besten Dank an euch alle für eure Erklärungen und euren redlichen Einsatz mich aufs richtige Gleis zu heben! Bis heute morgen war für mich ja auch alles klar, aber plötzlich überfielen mich diese Gedanken und Zweifel.
Mich freut das natürlich.
Mit z.B. dem 1,4/35mm werden bei schlechten Lichtverhältnissen in Gebäuden und bei Kunstlicht sicher sehr gute Ergebnisse zustande kommen.
Gruß Helmut
Mich freut das natürlich.
Mit z.B. dem 1,4/35mm werden bei schlechten Lichtverhältnissen in Gebäuden und bei Kunstlicht sicher sehr gute Ergebnisse zustande kommen.
Gruß Helmut