Einsatz der LX 100 bei zweistelligen Minusgraden möglich?

Edelkompakte für Kenner und Könner – hier geht`s um die LX-Reihe.
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Cyrus
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Einsatz der LX 100 bei zweistelligen Minusgraden möglich?

Beitrag von Cyrus » Mittwoch 6. Februar 2019, 13:28

Hallo Zusammen,

für Ende Februar ist eine Reise zum Nordkap geplant. Da ich dort auch Nordlichter fotografieren (und ggf. filmen) möchte und dort in der Nacht bis zu Minus 20 Grad zu erwarten sind, frage ich mich ob das mit der LX 100 ohne weiteres geht?

Für längere Pausen wollte ich in meiner Kameratasche eine Taschenheizung (Powerpack mit Heizfunktion) deponieren und damit die Kamera zumindest ab und zu mal etwas auf Temperatur bringen. Ist das ratsam?

Wer hat Erfahrung mit dem Fotografieren bei Eiseskälte und kann mir ein paar Tipps geben?
Im Voraus schon mal vielen Dank.

Gruß Ralf

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mikesch0815
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Re: Einsatz der LX 100 bei zweistelligen Minusgraden möglich?

Beitrag von mikesch0815 » Mittwoch 6. Februar 2019, 14:07

I'm Gründe immer das grundsätzliche:
- Kamera langsam wieder aufwärmen
- Akkus haben signifikant weniger Kapazität bei Kälte, also diese eher warm halten
- LCD Displays werden träge und zeigen zum Teil starke Verfärbungen, gehen aber nicht dauerhaft kaputt - sobald es wieder warm ist, laufen sie normal.
- Plastikteile können schwergängig werden und manches sogar spröde. (Ist aber bei einer Kamera nicht so wesentlich. )

Viel Spaß! (Übrigens ist es am Nordkap Dank Golfstrom eh nicht oft sehr kalt. Im Landesinneren sieht es anders aus. )

so weit
Maico
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Lenno
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Re: Einsatz der LX 100 bei zweistelligen Minusgraden möglich?

Beitrag von Lenno » Mittwoch 6. Februar 2019, 14:09

Pack dir zum entfeuchten solche Trocknungsbeutchen ein.
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Jock-l
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Re: Einsatz der LX 100 bei zweistelligen Minusgraden möglich?

Beitrag von Jock-l » Mittwoch 6. Februar 2019, 14:23

mikesch0815 hat geschrieben:
Mittwoch 6. Februar 2019, 14:07
- Akkus haben signifikant weniger Kapazität bei Kälte, also diese eher warm halten
Anzahl Reveakkus mitplanen/am Körper tragen-> Innenseite der Jacke (damit klappte es bei mir ganz gut).

Welche Handschuhe wirst Du einsetzen ? Je wärmer die Hände/Finger bleiben, desto einfacher ist das Arbeiten mit Kameras, kurze Bedienungs/Einsatzzeiten, ehe die Kamera wieder in der Tasche verschwindet (meine Erfahrungen bei durchgäng kalten und starken Winden auf Düne/Helgoland-> bei Ganztagestouren/Vogel- und Robbenbeobachtung, bei denen die Kamera fast durchgängig draußen war, gab es eigentlich mehr Einschränkung durch kürzere Akkulaufzeiten und häufigere Wechsel als sonst. Maßnahmen vor Ort-> Kamera windabgewandt bzw. durch Körper geschützt tragen !).
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Horka
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Re: Einsatz der LX 100 bei zweistelligen Minusgraden möglich?

Beitrag von Horka » Mittwoch 6. Februar 2019, 15:13

Gerade bei der LX100, die man schön in der Jacken/Manteltasche verstauen kann, hätte ich keine Sorge, sie auch mal eine halbe Stunde auf Stativ zu stellen.

Horst
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Cyrus
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Re: Einsatz der LX 100 bei zweistelligen Minusgraden möglich?

Beitrag von Cyrus » Mittwoch 6. Februar 2019, 19:45

Danke für eure Antworten.

Das klingt ja alles erst mal gut:
- Kamera hält die Kälte wohl aus
- Kamera am Körper wärmen,
- Taschenwärmer für die Finger nutzen :)
- Handschuhe muss ich noch ausprobieren, entweder dünne, die den Wind abhalten, oder etwas dickere ohne Fingerspitzen, damit ich die Kamera vernünftig bedienen kann - muss ich noch ausprobieren. Hier in NRW komm ich meistens ohne Handschuhe aus. Ist ja nur selten richtig kalt ;)
- Silicagel-Päckchen, gute Idee, hätte ich jetzt erst mal nicht dran gedacht,
- Reserve-Accu (Original) hab ich einen, überlege noch einen 2.anzuschaffen.

Also dann kanns ja losgehen. :))

Gruß Ralf

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sardinien
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Re: Einsatz der LX 100 bei zweistelligen Minusgraden möglich?

Beitrag von sardinien » Donnerstag 7. Februar 2019, 07:38

Meine Erfahrung bei Skitouren im 2-stelligen Minusbereich mit LX100:
Cam sollte keinen großen Temperaturunterschieden ausgesetzt werden. Habe gute Erfahrungen mit Colttaschen, die außen (Rucksack...) befestigt werden. War gestern bei -15 Grad unterwegs.
Servus Gerd
LX 100 + G9 + GH5 + GX8/80 + f/1.8 8mm fish + 15mm + f/1.7 25mm + f/1.2 42,5mm + f/2.8 60mm macro + f/1.8 75mm + f/2.8 200mm + f/4 280mm + f/4 7-14 + f/2.8 12-35 I + f/2.8 35-100 II + 14-140 II + 100-400

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cani#68
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Re: Einsatz der LX 100 bei zweistelligen Minusgraden möglich?

Beitrag von cani#68 » Donnerstag 7. Februar 2019, 20:28

Moin,
bzgl. Minusgraden und Fotografie kann ich dir mit aktuellen Erfahrungen aus Lappland weiterhelfen.
Ich habe dort auch u.a. versucht Nordlichter mit der G9 zu fotografieren.
Die G9 kann lt. Panasonic -10°C ab, hier war tagsüber -20°C und darunter, nachts ging es unter -30°C.

Kurzum die Kamera kann da mehr ab, als der Nutzer. ;)

Der allererste Hinweis meinerseits wäre:
Such dir richtig gute + warme - nicht zu enge- Schuhe, dazu warme Kleidung (u.a. Merino-Unterwäsche+ Wollsocken, Fleecepulli), Schal und Mützen (Ohren nicht vergessen), mehrere Lagen Kleidung helfen.
Die Hände habe ich mit dünnen Handschuhen + Fäustlinge geschützt.
Mit den dünnen kannst du die Kamera bedienen ohne die kalten Stellen direkt anzufassen.
Hier mal was zum Thema Kleidung: https://www.laplandsafaris.com/en/tips/ ... -in-winter

Dazu an Licht denken, Kopflampe oder LED Lampe - ggf. mit rotem Licht.
Und Thermoskanne mitnehmen, nicht nur für warme Getränke. Kaltgetränke in PE Flaschen gefrieren.
Taschenwärmer o.ä. haben wir nicht gebraucht.

Zur Kamera.
Ich habe diese immer so im Rucksack gehabt und nicht am Körper gewärmt - da könnte IMHO ja wieder Feuchtigkeit drankommen. Die Reserveakkus (ich habe 2) hingegen immer am Körper, ich bin mit 2 voll geladenen Akkus gut über eine 4 stündige nächtliche Sitzung gekommen.
Ich habe die Kamera nicht aufgewärmt oder das Objektiv beheizt... wobei in Lappland auch ein sehr trockener Winter vorherrscht. Kamera stand durchgängig auf dem Stativ - Fernauslöser dran (dessen Kabel sehr unflexibel wurde)
Was mir das Leben teilweise erschwert hat, war das der Sucher (ich nutze denn zu 95%) von der Atemfeuchtigkeit zugefroren ist. Zur Akkuentlastung ist es IMHO gut auf das große Display zu verzichten und mit dem Sucher zu arbeiten.
Autofokus ist nachts schwierig / unmöglich - am besten über Tage mal ausprobieren.
Wenn wir zurück ins Hotel haben wir die Kamera mit dem Silicagel in einen großen Gefrierbeutel mit Zip gepackt und bis zum Morgen im Zimmer nicht ausgepackt.

Beim Motiv immer einen VG suchen, Polarlicht allein macht kein Bild - meine Meinung

Als App kann ich empfehlen: https://itunes.apple.com/us/app/my-auro ... 82439?mt=8

PS: So kalt war wie in Lappland war es im Rheinland schon ganz-ganz lange nicht mehr.

Ach so: so sieht es mit ISO 800 - f1,4 - 4sec aus
190206_For_93041.jpg
190206_For_93041.jpg (158.38 KiB) 293 mal betrachtet
______________
Schöne Jrooß
Uwe


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Jock-l
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Re: Einsatz der LX 100 bei zweistelligen Minusgraden möglich?

Beitrag von Jock-l » Donnerstag 7. Februar 2019, 20:40

Sehr schönes Ergebnis !

Gleich auf Anhieb oder brauchte es ein paar Nächte, bis das Wetter passte ?
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cani#68
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Re: Einsatz der LX 100 bei zweistelligen Minusgraden möglich?

Beitrag von cani#68 » Donnerstag 7. Februar 2019, 20:46

Jock-l hat geschrieben:
Donnerstag 7. Februar 2019, 20:40
Sehr schönes Ergebnis !
Gleich auf Anhieb oder brauchte es ein paar Nächte, bis das Wetter passte ?
Danke sehr :)
Leider nicht auf Anhieb.
In den ersten Tagen hat Wetter nicht mitgespielt, es war immer bewölkt. Als es dann endlich klare - und leider damit auch schei...-kalte Nächte, sind wir auch ersten am zweiten Versuche (bei KP=3) belohnt worden.
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Schöne Jrooß
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Cyrus
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Re: Einsatz der LX 100 bei zweistelligen Minusgraden möglich?

Beitrag von Cyrus » Donnerstag 7. Februar 2019, 22:58

@cani#68
Deine Erfahrungen mit der G9 bei -30 Grad stimmen mich zuversichtlich.

Dann schätze ich, dass die LX die zu erwartenden Temperaturen (bis zu -15°) wohl klaglos übersteht.
Zur Bildgestaltung: VG ist vor allem bei Nordlichtfotos sehr wichtig. War im September vor Grönland aufm Schiff als wir bei doch anständigem Seegang Nordlichter gesehen haben. Hab aufgrund der Schaukelei versucht aus der Hand zu fotografieren. Der VG war ziemlich verwackelt (bei 1 bis 2 sec. war das eigentlich klar),wenn ich die Sterne ins Visier genommen habe, waren zumindest die Nordlichter halbwegs scharf.
Nordlicht 42w.jpg
Nordlicht 42w.jpg (49.6 KiB) 258 mal betrachtet
Nordlicht_34.jpg
Nordlicht_34.jpg (83.96 KiB) 258 mal betrachtet
Beide Bilder mit offener Blende, 1 oder 2 sec., Entfernung manuell eingestellt. 4 sec hätte bessere Ergebnisse gebracht .
Hab mich vom Display täuschen lassen.

Waren meine ersten Versuche, Nordlichter zu fotografieren. Ergebnisse sind noch steigerungsfähig. ;)
Nicht schaukelnder Untergrund und ein gutes Stativ sind da unerlässlich. :o

Zu den Klamotten:
Meine Wanderschuhe haben ausreichend Platz für 2 Paar dicke Wollsocken. Hoffe das reicht.
Unterwäsche -> Thermo-Unterwäsche für Biker ist vorhanden und müsste auch reichen.
Mütze und Kapuze mit Schal, dünne Handschuhe hatte ich schon aufm Schirm, Fäustlinge werde ich mir wohl noch besorgen.
Oberbekleidung -> Da arbeite ich mit mehreren Lagen.

Thermoskanne und Gefrierbeutel - Super Tipps, hätte ich jetzt erstmal nicht drangedacht. :oops:

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zawiro
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Re: Einsatz der LX 100 bei zweistelligen Minusgraden möglich?

Beitrag von zawiro » Freitag 8. Februar 2019, 09:38

Es gibt Fäustlinge (im Fotofachhandel), bei denen man den vorderen Teil der Fäustlinge zum Fotografieren abstülpen kann und die Finger für die Einstellungen frei hat. Das hat den Vorteil, dass man sie nicht ausziehen muss und die Kappe ist schnell wieder über die Finger gezogen.
...viele Grüße aus dem Chiemgau,
Wilfried
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cani#68
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Re: Einsatz der LX 100 bei zweistelligen Minusgraden möglich?

Beitrag von cani#68 » Freitag 8. Februar 2019, 12:57

zawiro hat geschrieben:
Freitag 8. Februar 2019, 09:38
Es gibt Fäustlinge (im Fotofachhandel), bei denen man den vorderen Teil der Fäustlinge zum Fotografieren abstülpen kann und die Finger für die Einstellungen frei hat.
Die mögen in D im Winter bei knapp um 0°C funktionieren, bei -15°C und darunter ist die Kamera eiskalt und es macht keinen Spaß diese mit den blanken Finger zu berühren.
Ich würde daher wieder klar auf die Variante mit dünnen Unterhandschuhe + dicke Fäustlinge setzen.
Cyrus hat geschrieben:
Donnerstag 7. Februar 2019, 22:58
Beide Bilder mit offener Blende, 1 oder 2 sec., Entfernung manuell eingestellt. 4 sec hätte bessere Ergebnisse gebracht .
Hab mich vom Display täuschen lassen.
Das Displaybild hat mich auch verwirrt, das Histogramm ist wichtig, es sollte schon Richtung Mitte gehen und nicht zu weit links stehen. Ich bin aktuell mit 4sec-ISO800 und f1.4/1.8 gut gefahren, hängt auch von der Stärke des Nordlichtes und dem gewünschtem Effekt ab.
Cyrus hat geschrieben:
Donnerstag 7. Februar 2019, 22:58
Meine Wanderschuhe haben ausreichend Platz für 2 Paar dicke Wollsocken. Hoffe das reicht.
Wanderschuhe waren mir hier zu kalt und eng - ich konnte darin aber auch nur ein paar Socken anziehen.
Ich habe spezielle Winterstiefel, die auch ich im Winter beim Fotografieren in der Eifel / Ardennen nutze.
So etwas in der Art: https://www.globetrotter.de/shop/meindl ... 925-braun/
Beim Rest der Kleidung musst du halt schauen, mehrere Lagen anziehen hilft.
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Schöne Jrooß
Uwe


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