Sinuett hat geschrieben: ↑Montag 2. November 2020, 17:44
Nochmal: es geht mir nicht darum, die Vorzüge der Pro Objektive zu negieren.
Ich möchte nur verstehen, was DxO macht, und ob das Werbeversprechen sind, oder ob das "etwas verbessert".
zenker_bln hat geschrieben: ↑Samstag 31. Oktober 2020, 13:29
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Details, die fehlen, weil das Objektiv unscharf abbildet, kann keine Software ersetzen bzw. "schönrechnen"!
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Dieser Satz hört sich erst mal sehr logisch an.
Andererseits gibt es ja unterschiedliche Abbildungsfehler. Die resultierenden Linsen der Hersteller stellen ja einen Kompromiss dieser Fehler da.
Deswegen finde ich es nicht völlig unmöglich, diese Fehler im Nachhinein zu eliminieren, wenn man die Kamera/Objektiv Kombi sauber vermessen hat.
Und genau das behaupten die Leute bei DxO.
Und wenn das stimmt, ist der (eigentlich sehr einleuchtende) Satz von Zenker_bin falsch.
Man muss zwischen "Verzerrungsfehlern" und "fehlenden" Details unterscheiden!
Verzerrungsfehler - bei denen keine Details fehlen, sondern nur an einem anderen Ort im Bild sind - lassen sich alle schönrechnen...bzw. dahinrechnen, wo sie eigentlich hin müssten
Nimmt man hier z.B. chromatische Aberation, muss man verstehen, das Licht in seinen Grundfarben unterschiedlich stark von den Glaslinsen des Objektivs gebeugt wird, weswegen der langwellige Anteil des Lichts (z.B. Rot) an einem anderen Ort auf dem Sensor landet als kurzwelliges Licht (Blau). Das gibt im ungünstigsten Fall diese Rot-Blau-verschiebungen, die man gerne an den Rändern und Ecken eines Bildes sieht an Kontrastkanten.
Wir kennen alle dieses Prismaphänomen, welches einen weißen Sonnenlichstrahl in seine Einzelfarben auffächert (eine Seite Blau, Türkis, Grün, Gelb,Orange,Rot). Etwas anders macht eine Glaslinse hier auch nicht.
Das lässt sich gut "richtig rechnen". Beinhaltet doch der blaue und rote Bereich jeweils die vorhanden Bildinfomationen. Rechne ich diesen blau-rot-Bereich jetzt wieder zu seinem idealen "Sensorpunt" zurück, habe ich kein verwaschenes Bild mehr und die Bildinformationen sind da, wo sie hingehören.
Das mach das Bild schon mal scheinbar Detailreicher, weil Details nicht mehr in unterschiedliche Farben auf dem Bild verteilt sind, sonder sich am eigentlich "richtigen" Fleck konzentrieren.
Auch Kissen oder Tonnenverzerrungen lassen sich leicht zurückrechnen, wenn das Objektiv zum Beispiel Daten selber liefert, was es macht (Tonne/Kissen). MFT-Objektive haben die Korrekturdaten ja im Objektiv gespeichert. Andere Objektive werden von Menschen vermessen, die dann in Datenbanken diese Korrekturdaten liefern.
Solche Korrekturen sind kein Hexenwerk und lassen ein Bild schon (besonders beim Thema chrom. Aberation) wesentlich schärfer aussehen, wenn der Fehler beseitigt ist.
Bei "fehlenden Details" (weil diese in wirklich unscharfen Stellen verschwimmen) sieht die Sache anders aus.
Hier könnte eine KI-Software nur raten, was an der "unklaren" Stelle steht
Ein Beispiel: Das Wort "En*e" (das * symbolisiert die Unschärfe an der Stelle)
Wir müssten jetzt raten, welcher Buchstabe das "*" darstellt. Der eine sagt "t" -> Ente
Der nächste sagt "g" -> Enge und der Dritte sagt "d" -> "Ende"
Im großen Kontext, in dem diese Wort steht, ließe sich genauer sagen welcher Buchstabe fehlt, wenn du z.B. das liest: "Sie warfen das Brot in das Wasser, um die En*e zu füttern!"
Unsere Intelligenz macht daraus dann eine Ente.
Aber wie soll eine Software das nun handhaben? Ich wüsste da keinen Ansatz, außer z.B. umliegende Farbpunkte zu betrachten und dann einen ähnlichen Bereich zu generieren in einem Bild.
Dann muss man auch noch verstehen, wie "normales" (USM-)Schärfen überhaupt funktioniert.
Schärfeeindruck entsteht durch harte Kontrastkanten. Sind diese harten Kontrastübergänge nicht vorhanden, weil durch die Unschärfe des Objektivs diese "verwaschen" werden und sich über einen breiteren Raum erstrecken, macht USM-Schärfen nichts anderes, als den mittleren Übergang einer verwaschenen Kontrastkante künstlich zu erhöhen, indem die helle Seite der Kontrastkante heller gemacht wird und die dunkle Seite noch dunkler. Siehe hier --->>>
https://www.fotolehrgang.de/glossar/uns ... kieren.htm oder
https://www.heise.de/news/Schaerfen-mit ... 14193.html
Dadurch wird der Eindruck erhöht, dass das Bild insgesamt schärfer und detailreicher ist. Das stimmt aber nicht, da Details in unscharfen Bereichen einfach untergehen und eine KI-USM-Schärfung nur den Betrachter "übertölpelt" und ihm etwas vorgaukelt.
>>"Ich möchte nur verstehen, was DxO macht, und ob das Werbeversprechen sind, oder ob das "etwas verbessert"."
Ja, es wird ein Werbeversprechen sein, was aufgrund der vroanschreitenden technischen MJöglichkeiten sicherlich auch richtig gut umgesetzt ist. Bloß was fehlt, fehlt!